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Verliebt in meine Frau
Verliebt in meine Frau
© Weltkino Filmverleih

Kritik: Verliebt in meine Frau (2018)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

In dieser kurzweiligen Boulevardkomödie spielt ihr Regisseur Daniel Auteuil auch die Hauptrolle des Gastgebers eines Abendessens, dem die neue Frau an der Seite seines Freundes Patrick den Kopf verdreht. Die Komödie basiert auf dem Theaterstück "L‘envers du décor" von Florian Zeller, das Auteuil ebenfalls inszeniert hat und in dem er zugleich die Hauptrolle spielte. Man kann also sagen, dass Auteuil eine besondere Schwäche für diese Geschichte hat. In der Tat gelingt ihm der Part des tagträumenden Mannes, der sich ein Leben an der Seite der jungen Emma vorstellt, ganz hervorragend. Auch die Leistungen der anderen Darsteller des zum Abendessen versammelten Quartetts verleihen der Komödie viel von ihrem Reiz.

Die auf die Beziehungen zentrierte Handlung entwickelt schon vor der Ankunft von Patrick und Emma eine vergnügliche Spannung. Denn Isabelle, von Sandrine Kiberlain beinahe schon furchteinflößend ernst und streng gespielt, ist sehr wütend auf Patrick, der seine Frau in die Wüste geschickt hat. Daniel hingegen druckst herum und versucht, Isabelle milde zu stimmen. Und dann, als Emma die Wohnung betritt, ist es um den Mann geschehen. Er verhaspelt sich beim Reden, reagiert kopflos, driftet alle paar Minuten ab in einen Tagtraum, zu dem ihn seine aufwallenden Hormone verleiten. Er imaginiert sich in Emmas Leben, tanzt mit ihrer Verwandtschaft in Spanien. Isabelle erkennt, dass Daniel in Gedanken damit liebäugelt, Patricks Beispiel zu folgen und auch seinem Leben eine Verjüngungskur zu gönnen. Sie interveniert, ohne dass ihr Mann es überhaupt richtig merkt.

Gérard Depardieu spielt mit der gewohnten sympathischen Leichtigkeit, mit der er sich in Charaktere und Situationen hineinversetzen kann. Daniel Auteuil und Adriana Ugarte haben in der Küche bei der Zubereitung des Desserts eine wunderbar intensive Szene der Verführung, der Missverständnisse und der Verlegenheit, die hauptsächlich über Mimik und Körpersprache funktioniert. Allerdings nehmen die vielen und vor allem jeweils ziemlich langen Tagtraum-Handlungen der Komödie einiges von ihrem Schwung. Fast vergisst man den Schauplatz des Abendessens, während die Vier beispielsweise als Bestandteil von Daniels Fantasie in Patricks Sommerhaus auf Ibiza sitzen. Die gelungene Schlusspointe entschädigt jedoch für die Umständlichkeit zwischendurch.

Fazit: Daniel Auteuil spielt in dieser leichten Komödie, die er auch inszeniert hat, auf sehr charmante Weise den Gastgeber eines Abendessens, der sich in romantischen Tagträumen verliert. Dass ihn die junge neue Frau an der Seite seines Freundes so aus der Fassung bringt, kann seiner von Sandrine Kiberlain gespielten, reserviert wachsamen Ehefrau nicht gefallen. Die hervorragenden Schauspieler entschädigen für eine gewisse Holprigkeit, mit der die Geschichte zwischen Realität und der Fantasiewelt des Hauptcharakters hin- und herspringt.




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