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Under the Silver Lake
Under the Silver Lake
© Weltkino Filmverleih

Kritik: Under the Silver Lake (2018)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

"Under the Silver Lake" ist der dritte Spielfilm von David Robert Mitchell. Nach dem Festival-Erfolg "The Myth of the American Sleepover" (2010) und dem viel beachteten Indie-Horror "It Follows" (2014) legt der 1974 in Michigan geborene Drehbuchautor und Regisseur ein Werk vor, das sich den Mythen der Glamour-Stadt Los Angeles widmet – und sich dabei auch mit zahlreichen Verschwörungstheorien über geheime Codes und unterschwellige Botschaften in Popsongs, Filmen, Fernsehshows oder Reklame befasst. So entsteht ein wilder Mix aus Neo-Noir und Mindfuck-Movie, der völlig überbordend, aber fraglos unterhaltsam ist.

Die Suche des Protagonisten Sam nach seiner Kurzzeit-Nachbarin Sarah ist hier lediglich der Ausgangspunkt für eine Reihe von skurrilen Begegnungen und Erlebnissen, die von Mitchell mit erkennbarer Ambition in Szene gesetzt werden. Die Kameraarbeit von Mike Gioulakis ist virtuos, der Score von Rich Vreeland (alias Disasterpeace) sorgt zusätzlich für Atmosphäre – und auf allen Ebenen, sowohl in den Bildern als auch in den Tönen, wimmelt es von Kino-Zitaten. "Under the Silver Lake" lässt, natürlich, an den Master of Suspense Alfred Hitchcock sowie an Hollywoods sogenannte "Schwarze Serie" der 1940er Jahre denken; ebenso an modernere Produktionen von Brian De Palma ("Der Tod kommt zweimal") oder David Lynch ("Mulholland Drive"). Das Skript und dessen Umsetzung geben sich lustvoll der Absurdität hin, wenn etwa von einem mysteriösen Hundemörder, von einem unterirdischen Tunnelsystem oder von versteckten Hinweisen in der Musik obskurer Bands erzählt wird. Der Film ist oft witzig und clever, teilweise auch blutig und gruselig – und zugleich ein interessantes Stadtporträt.

Andrew Garfield ("The Amazing Spider-Man") spielt die slackerhafte Hauptfigur nicht als Sympathieträger; Sam ist weder heldenhaft noch allzu komplex – vielmehr stolpert er ebenso verblüfft wie wir von einer bizarren Situation in die nächste. (Nachwuchs-)Stars wie Riley Keough ("American Honey") oder Zosia Mamet ("Girls") sind in den Nebenparts etwas verschenkt, tragen jedoch zu einem insgesamt reizvoll-durchgeknallten 139-Minuten-Filmtrip bei.

Fazit: Eine exzessive Auseinandersetzung mit den Geheimnissen der Popkultur und den Verschwörungen in der Welt. Einfallsreich gefilmt und mit etlichen Zitaten angereichert.




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