Die Domain Spielfilm.de verwendet Cookies für funktionale und analytische Zwecke. Durch die Nutzung unserer Seite erklärst Du Dich damit einverstanden. Weitere Cookie-Informationen findest Du hier.

Ok, einverstanden!

oder
Rudi Assauer - Macher. Mensch. Legende.
Rudi Assauer - Macher. Mensch. Legende.
© mindjazz pictures

Kritik: Rudi Assauer - Macher. Mensch. Legende. (2018)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Inszeniert wurde die Doku von Don Schubert, der für seinen Film auf eine Fülle an Archivaufnahmen zurückgreifen konnte. Assauer selbst stand für Interviews zwar nicht mehr zur Verfügung, dafür sprach Schubert aber mit einer Vielzahl an Freunden, Kollegen und Wegbegleitern. Darunter Olaf Thon, Huub Stevens, Mike Büskens, Marcelo Bordon, Gerald Asamoah, seine Zwillingsschwester Karin oder auch Sabine Söldner, Assauers "rechte Hand". Uraufführung feierte der Film am 04.05. vor 25 000 Zuschauern in der Gelsenkirchener Veltins-Arena.

Regisseur Schubert ("Unter Verdacht") gelingt mit "Rudi Assauer – Macher, Mensch, Legende" eine akkurat recherchierte und mit reichlich tollem Archivmaterial angereicherte Liebeserklärung an den Publikumsliebling Assauer. Die Original- bzw. Archivaufnahmen zahlreicher wichtiger, unvergessener (beruflicher) Ereignisse im Leben von Assauer, rufen dem Zuschauer auf diese Weise jene hoch emotionalen Augenblicke nochmals ins Gedächtnis. Für den gemeinen Fußballfan, der in den neunziger Jahren alt genug war, um die Bundesliga-Geschehnisse zu verfolgen, sind diese – teils ikonografischen –Szenen ohnehin noch präsent.

Zu den ergreifendsten Momenten zählen die Szenen rund um den UEFA-Cup-Triumph 1997 sowie die tragischen Ereignisse am letzten Spieltag der Saison 2000/2001, als Schalke wenige Sekunden vor Schluss im Fernduell von Bayern München noch die deutsche Meisterschaft entrissen wurde. Zu sehen gibt es aber auch die legendären Aufnahmen kurz nach Fertigstellung des letzten Prestige-Projekts von Assauer: Der hochmodernen und Millionen-schweren Veltins-Arena. In dieser inszenierte er sich als großer Zampano und Macher gern selber, auch daran weckt der Film freudige Erinnerungen.

Der Charakter von Assauer, der sich in der Öffentlichkeit mit Zigarre und pomadigem Haar gern als Macho inszenierte, wird durch die vielen Gespräche mit Weggefährten und ehemaligen Kollegen greifbar. Sie alle schwärmen vom enthusiastischen Wesen und der temperamentvollen Persönlichkeit ihres Mentors, Entdeckers, Chefs, Bruders oder väterlichen Freundes. Das heimliche Highlight des Films sind die charmanten, aufwendig umgesetzten Animatics, also die Einzelbilder des Storyboards, die zusammengeschnitten wurden. Sie stehen für den szenischen Teil der Doku und erwecken unter anderem entscheidende private Momente von Assauer zum Leben, etwa wenn er zum ersten Mal auf seine damals 17-jährige Tochter trifft.

Fazit: Liebevolle und aufwendig umgesetzte Hommage an eine der prägenden Persönlichkeiten in der Geschichte des deutschen Fußballs.




Spielfilm.de-Mitglied werden oder einloggen.