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Kritik: Wir sind Champions (2018)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Die spanische Komödie des Regisseurs Javier Fesser konfrontiert einen Mann, der dringend eine Neuorientierung im Leben braucht, mit einer scheinbar unmöglichen Aufgabe. Um für eine Trunkenheitsfahrt zu büßen, muss der arrogante Sporttrainer Marco Sozialstunden absolvieren und einer Gruppe geistig Behinderter das Basketballspielen beibringen. Mehr noch, er soll die Männer, die bis auf eine Ausnahme weder Teamfähigkeit noch spielerisches Talent mitbringen, reif für die Matches in der Nationalliga im Behinderten-Basketball machen. Nun muss der erfolgsorientierte Marco in erster Linie an seiner Geduld arbeiten.

Mit sehr deftigem Humor werden Marcos Schützlinge zunächst als der bekloppte Haufen präsentiert, der nur die schlimmsten Vorurteile dieses Trainers spiegelt. Was Paquito sagt, versteht Marco überhaupt nicht. Einer der Männer wirft den Ball immer nach hinten über seinen Kopf, ein anderer will Marco ständig umarmen. Ein Spieler betont bei Partnerübungen immer, dass er bereits liiert sei mit einer Schlampe. Roman (Roberto Chinchilla), der einzige gute Spieler, sucht wortlos das Weite, weil er Marco nicht vertraut. Später gesellt sich eine junge Frau namens Collantes (Gloria Ramos) zum Team, die Kampfgeist mitbringt und hart austeilt, aber auch sehr eigenwillig ist.

Die Rollen der Sportler wurden mit behinderten Laiendarstellern besetzt, was der Geschichte viel Authentizität verleiht. Etwas zu lange und genüsslich demonstriert der Film anfangs die scheinbare Hoffnungslosigkeit der Aufgabe, vor der Marco steht. Beim Aufbau dieser dramaturgischen Fallhöhe streift er die Grenze des guten Geschmacks und scheut auch den Klamauk nicht. Dann aber wird das Bild differenzierter, Marco lernt die Männer besser kennen und auch ihre Fähigkeiten. Die Mannschaft fährt zu Turnierspielen, gewinnt.

Der Aufbau erinnert stark an andere Sportfilme, zum Beispiel an amerikanische Dramen, in denen benachteiligte Jugendliche Wettbewerbsfähigkeit lernen und Selbstvertrauen gewinnen. Sympathisch ist hier, dass sich auch Marco entwickeln muss. Spontan und humorvoll führen ihm die Spieler vor, dass er noch persönliche Hürden zu nehmen hat und auch etwas über das Siegen und Verlieren lernen kann.
Die Komödie sorgt nachdrücklich für gute Laune. Und sie verbindet den Spaß mit dem Hinweis, wie viel individuelles Potenzial geistig Behinderte entfalten, wenn sie nur die nötige Beachtung, Respekt und Verständnis erfahren.

Fazit: Die spanische Komödie von Regisseur Javier Fesser konfrontiert einen dünkelhaften Basketballtrainer mit einer Mannschaft geistig Behinderter und diese mit ihm. Vom anfänglichen Schock bis zur Win-Win-Situation ist es ein weiter, mit deftigem Humor geschilderter Weg. Zum gelegentlichen Klamauk gesellt sich in diesem Sportfilm eine Menge Herzlichkeit und Authentizität, für die die behinderten Darsteller der Basketballer sorgen. Dieses filmische Plädoyer für Verständnis und Respekt baut Berührungsängste ab und sorgt für anhaltend gute Laune.






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