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Kinders
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© Partisan Filmverleih

Kritik: Kinders (2016)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Die positive Wirkung einer musikalischen Erziehung auf die Entwicklung problembeladener Kinder und Jugendlicher ist schon in vielen Spielfilmen behandelt worden, zum Beispiel in "Die Kinder des Monsieur Mathieu". Die beiden iranisch-österreichischen Brüder Arash und Arman T. Riahi ("Everyday Rebellion") widmen ihr nun ihren Dokumentarfilm, der um das musikalische Förderprogramm "Superar" in Wien kreist. Im Rahmen dieser Initiative bekommen Schüler und Schülerinnen Musikunterricht, beispielsweise an Volksschulen und in Sommercamps. Kinder, die aus verschiedensten Gründen Gefahr laufen, zu sozialen Außenseitern zu werden, werden in eine Gemeinschaft integriert und lernen, sich selbst etwas zuzutrauen.

Zunächst stellt der Film verschiedene Schüler und Schülerinnen in ihrem Umfeld vor, bevor er sie dann zu einem sommerlichen Singcamp oder anderen Veranstaltungen von "Superar" begleitet. Denizcan wohnt in einem betreuten Jugendwohnheim, seine Mutter muss erst eine Arbeit und eine Wohnung finden, bevor sie ihn zu sich nehmen kann. Denizcan hat kein gutes Verhältnis zu seinem Vater und seiner Stiefmutter, und auch im Singcamp fühlt er sich anfangs isoliert. Ariunaa trauert um ihren verstorbenen Vater und hat zunächst gar keine Lust, zu singen. Denise ist von einer Krebserkrankung genesen und soll sich erholen. Nandu spielt Geige und erfährt Akzeptanz, die ihm Mitschüler früher aufgrund seiner Hautfarbe verweigerten. Der aus Bosnien stammende Taib und die Kopftuch tragende Zarina überwinden ihre Schüchternheit und trauen sich, vor Publikum zu singen. Denizcan wird sogar von den Wiener Sängerknaben aufgenommen.

Im Mittelpunkt der filmischen Beobachtung steht nicht die Leistung, sondern der Spaß an der Musik als Gemeinschaftserlebnis. Nandu spielt in einem Orchester, die Sänger üben im Chor. Im Sommercamp bilden sich Freundschaften. Im Gespräch während freier Stunden teilen die Jungen und Mädchen, was sie bedrückt, aber auch, was sie sonst noch beschäftigt – viele von ihnen kommen in die Pubertät und rätseln über die Liebe. Es wird im Laufe der Zeit sichtbar, wie positiv sich manche Schüler und Schülerinnen verändern. Der Inhalt hätte zwar noch etwas besser strukturiert werden können, aber es gelingt der Beweis, wie wichtig musische Betätigung für die kindliche Psyche ist, gerade auch wenn sie mit Problemen zu kämpfen hat.

Fazit: Die Regisseure Arash und Arman T. Riahi lassen das Publikum ihres Dokumentarfilms entdecken, dass Musik eine förderliche Wirkung auf die Entwicklung von Kindern in sozialen Schwierigkeiten hat. Sie beobachten dafür ein paar Schüler und Schülerinnen in Wien, die am sozialen Musikförderprojekt "Superar" teilnehmen. Das Singen im Chor, das Musizieren im Orchester verschafft positive Gruppenerlebnisse und stärkt das Selbstvertrauen. Besonders beeindruckend ist an diesem filmischen Plädoyer für musische Erziehung, wie der Brückenschlag zwischen verschiedenen Kulturen gelingt.




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