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Breaking In
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© Universal Pictures International

Kritik: Breaking In (2018)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

Weltweit konnte "Breaking In" bei geringen Produktionskosten von gerade einmal sechs Millionen US-Dollar bislang rund 50 Millionen Dollar einspielen. Es ist der erste Film des australischen Regisseurs James McTeigue seit dem Action-Thriller "Survivor" von 2005, der bei Kritik und Publikum floppte. Seine größten Erfolge gelangen ihm ohnehin als Regie-Assistent, da er unter anderem an Kassen-Hits wie "Matrix" oder "Star Wars – Episode II" mitwirkte. Hauptdarstellerin Gabrielle Union ist vor allem aus TV-Serien bekannt, darunter "Flash Forward" und "Being Mary Jane", in der sie seit 2013 die Hauptrolle spielt.

Die Prämisse von "Breaking In" bietet zunächst einmal reichlich Potential, da Regisseur McTeigue das standardisierte inhaltliche Muster und Story-Grundprinzip der meisten Home-Invasion-Thriller schlicht ins Gegenteil verkehrt: Hier geht es nicht darum, sich aus der Gewalt von Gangstern aus einem Haus zu befreien (siehe "The Strangers", "Don’t Breathe" oder "Panic Room"). Hauptfigur Shaun versucht alles, um in das Innere des mit allerlei Gimmicks und Spielereien ausgestatteten Hochsicherheitstempels zu gelangen, in dem die bewaffneten Einbrecher auf sie warten – und ihre Kinder als Geiseln halten. Doch der Film macht zu wenig aus diesem durchaus spannenden Ansatz.

Dabei verfügt "Breaking In" über eine charismatische Hauptperson, die sich als Identifikationsfigur eignet und sich dank kluger Entscheidungen sehr schnell auf Augenhöhe mit den Einbrechern befindet. Mit Hingabe und beachtlicher physischer Präsenz verkörpert Gabrielle Union eine um das Leben ihrer Kinder kämpfenden Mutter, der alle Mittel recht sind. Bei den Einbrechern kann man hingegen nicht gerade von besonders ausgeprägter Intelligenz sprechen, zudem reiht sich bei ihrer charakterlichen Ausgestaltung ein Gangsterbanden-Klischee ans Nächste. In der Bande gibt es den kaltblütigen Killer, den emotionalen Zweifler und den unter massiven Stimmungsschwankungen leidenden, unberechenbaren Einbrecher. Figuren nach Schema F.

Dramaturgisch hält sich "Breaking In" ebenfalls an die Genre-immanenten Regeln. Und eine dieser Regeln besagt, dass sich gegen Ende dieser Art von Film doch bitte die Ereignisse zu überschlagen hätten und eine unerwartete Wendung nach der anderen folgen müsse, um die Spannung hochzuhalten. Leider orientiert sich auch McTeigue daran, doch er scheitert. Denn am Schluss kommt es zu einer Vielzahl an unglaubwürdigen Entwicklungen: etwa wenn sich die Gangster plötzlich selbst an die Gurgel gehen und unerwartet (und rein zufällig) auch noch Shauns Mann auftaucht. Schade ist zudem, dass die Dialoge von abgedroschenen Phrasen und klischeehaften, ins Pathetische abdriftende Aussagen bestimmt werden ("Sie haben sich das falsche Haus ausgesucht", "Ich bin eine Mutter und sie wissen nicht wozu ich im Stande bin").

Fazit: Die ersten zwanzig Minuten muten vielversprechend an und auch die Prämisse des Films beinhaltet Potential. Leider kann "Breaking In" dieses Niveau nicht halten und entwickelt sich im weiteren Verlauf zunehmend zu einem 08/15-Thriller mit austauschbaren, Reißbrett-artigen Figuren und abgedroschenen Dialogen.




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