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Following Habeck (2018)

Die Doku "Following Habeck" folgt dem Grünen-Politiker Robert Habeck zwei Jahre lang auf dem Weg bis zur Urwahl der Grünen. Dort entscheidet die Partei, wer Spitzenkandidat für die Bundestagswahl 2017 wird.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3.0 / 5

Filmsterne von 1 bis 5 dürfen vergeben werden, wobei 1 die schlechteste und 5 die beste mögliche Bewertung ist. Es haben insgesamt 2 Besucher eine Bewertung abgegeben.


2015 bestätigt Robert Habeck, damals Umweltminister in Schleswig-Holstein, was bisher viele vermuteten: Der Lübecker will nach Berlin, auf die große politische Bühne. Er will Spitzenkandidat seiner Partei Bündnis 90/Die Grünen für die Bundestagswahl 2017 werden. Die Kandidatenfrage klären die Grünen in einer Urwahl. Mit dem Bundesvorsitzenden Cem Özdemir und Anton Hofreiter, dem Fraktionsvorsitzenden im Bundestag, ist die Konkurrenz groß. Noch zwei Jahre dauert es bis zur Wahl – eine nervenaufreibende Zeit zwischen Wahlkampf und Ministeramt, Provinz und Großstadt, Sieg und Niederlage. Während dieser Zeit wird Habeck von Filmemacher Malte Blockhaus begleitet, der bei wichtigen Terminen und Veranstaltungen an dessen Seite ist und auch einen Blick hinter die Kulissen wirft.

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Anfang 2018 wurde Habeck gemeinsam mit Annalena Baerbock der neue Bundesvorstand der Grünen. Im September tritt er sein Amt an, pünktlich dazu erscheint nun diese Doku in den deutschen Kinos. Bevor sich Habeck für seine Kandidatur entschied, war er viele Jahre Landwirtschafts- und Umweltminister in Schleswig-Holstein. Davor arbeitete er als Schriftsteller.


"Following Habeck" wurde von Malte Blockhaus gedreht und produziert. Für den 34-jährigen Osnabrücker, der 2010 seine eigene Filmproduktionsfirma gründete, ist es die erste abendfüllender Doku.
Chronologisch zeichnet "Following Habeck" den über zwei Jahre andauernden Weg Habecks bis zur entscheidenden Wahl nach. Ihren Anfang nimmt die Reise bei der Bundesdelegiertenkonferenz im November 2015 in Halle – ein erstes großes Schaulaufen der Bewerber. Was dann folgt, ist ein kräftezehrender Ritt durch die Republik. Es gilt, auf Stimmenfang zu gehen und für die eigenen Positionen zu werben. Blockhaus begleitet seinen Protagonisten zu schier unzähligen Urwahlforen durch Deutschland sowie zu dutzenden Vorstellungsterminen in den Kreisverbänden. Ob Darmstadt, Aachen, Köln oder Hannover – Habeck wird von einem Termin zum nächsten gefahren.

Spannend sind jene Augenblicke, die den Politiker hinter den Kulissen beim Durchatmen und Reflektieren zeigen. In Momenten und an Orten, die sonst für die Kameras eigentlich tabu sind. Etwa im Hotelzimmer nach einem anstrengenden Tag auf Reisen oder im Auto zwischen zwei Terminen, wenn Habeck in einer Szene einmal selbst äußerst, zu welch einem "crazy ride" sich sein Leben seit der Spitzenkandidatur entwickelt habe. Was ihn bei all dem Stress und dem ganzen öffentlichen Druck erde und zur Ruhe kommen lasse, fragt Blockhaus Habeck an einer Stelle. "Die Familie", antwortet der Politiker ohne lange zu überlegen. Und dass er sich mindestens eine Nacht zu Hause aufhalten müsse, um den Kopf frei zu kriegen. Ein paar Stunden genügen nicht.

Auch das macht den Film aus: Die Offenheit und Ehrlichkeit eines Politikers, der sich dem Regisseur gegenüber jederzeit unverstellt und ehrlich gibt. Ein Film zudem, der einen ungekünstelten, authentischen Blick hinter die Kulissen gewährt und die Mechanismen des medialen und politischen Betriebs offenlegt. Wie groß die Belastung ist und wie wenig Zeit zwischen einzelnen Terminen bleibt, zeigt unter anderem eine Szene im Hotelzimmer. Es ist noch früh am Morgen, vielleicht 7.30 oder 8 Uhr. Habeck hat bereits das Handy in der Hand und erwartet einen Anruf zwecks Telefoninterview. Innerhalb weniger Minuten wird er drei verschiedenen Radiosendern Interviews geben. Wenig später steht er vor TV-Kameras und gibt Erklärungen ab. Der politische Alltag ist aufreibend und mühselig, die Volksvertreter stehen unter Dauerbeobachtung und müssen stets funktionieren. Bei "Following Habeck" sind dies nicht nur inhaltleere Phrasen und abgedroschene Floskeln. Die lebensnahe Doku zeigt, dass dem auch wirklich so ist.

Fazit: Aufrichtiger, glaubwürdiger Blick hinter die Kulissen des deutschen Polit-Betriebs, der die Mechanismen unserer Demokratie verdeutlicht.




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Land: Deutschland
Jahr: 2018
Genre: Dokumentation
Länge: 82 Minuten
FSK: 0
Kinostart: 30.08.2018
Regie: Malte Blockhaus
Darsteller: Robert Habeck
Verleih: imFilm

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