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Kritik: Climate Warriors (2018)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

Der Dokumentarfilmer Carl-A. Fechner ("Die 4. Revolution – Energy Autonomy") stellt seine Arbeit schon seit vielen Jahren in den Dienst des Klimaschutzes, indem er filmisch für die Energiewende plädiert. Im Mittelpunkt seines neuen Dokumentarfilms stehen überwiegend junge Klimaschutz-Aktivisten, die in den USA und anderen Ländern als "Climate Warriors" bezeichnet werden. Sie demonstrieren gegen neue Projekte fossiler Rohstoffgewinnung, sie halten Reden und Vorträge, rufen die Bevölkerung auf, sich für den Ausbau des umweltfreundlichen Energiesektors einzusetzen.

Mit dem Film wollen Fechner und sein Co-Regisseur Nicolai Niemann Bürgern und Bürgerinnen Mut machen, sich umweltpolitisch zu engagieren. Sie tragen auch in einer Art globaler Zusammenschau punktuelle Erfolge, Innovationen, Forschungsansätze vor, um zu demonstrieren, was sich alles tut, was alles möglich ist. Auch in den Bereichen Wärmeerzeugung und Verkehr sind neue Konzepte vorhanden, wird intensiv geforscht, um eine Abkehr von fossilen Brennstoffen zu ermöglichen. Dem Argument der Arbeitsplatzsicherung, das der US-Präsident Trump gerne benutzt, hält Fechner Zahlen entgegen: Mittlerweile soll es in den USA schon mehr Arbeitsplätze im Industriesektor der Erneuerbaren Energien geben als in den Energieunternehmen, die fossile Rohstoffe fördern und verarbeiten. Die gelegentlichen Texteinblendungen sind mit ihren Statistiken recht informativ.

Das große Problem dieses Films ist jedoch, dass er zu viele verschiedene Beispiele des Machbaren erwähnt, ohne sie zu vertiefen. Es fehlt auch eine klare Strukturierung und Gliederung, die die Orientierung erleichtern würde. Einige Beispiele werden aus Fechners Film "Power to Change" hierher übertragen, ein Unternehmer aus Süddeutschland mit einer Pelletieranlage, ein iranischstämmiger Unternehmer, der eine Solaranlage auf einem ehemaligen ostdeutschen Militärgelände errichtet hat. Als verbindendes Element sieht man Fechner an den Schauplätzen des Films in verschiedenen Ländern joggen – offenbar soll das dynamisch, jung wirken oder aber signalisieren, dass es eilt. All das ist sicher löblich, aber das wichtige und komplexe Thema der Energiewende hat eine bessere Präsentation als diese verdient.

Fazit: Die Energiewende muss mit mehr politischem Engagement vorangetrieben werden, denn ohne die Stimmen von Bürgern auf der ganzen Welt, die sich für den Klimaschutz einsetzen, wird das Ziel des vollständigen Umstiegs auf erneuerbare Energien trotz technischer Machbarkeit nicht durchsetzbar sein. Aus dieser Überzeugung heraus appelliert der Dokumentarfilmer Carl-A. Fechner an sein Publikum, sich ebenfalls für den Verzicht auf fossile Brennstoffe starkzumachen. Der schlecht gegliederte Film aber wirft die verschiedensten Beispiele aus Forschung und Technik, Politik und Bürgerengagement zu einer wilden Collage zusammen, die nicht besonders ansprechend wirkt.




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