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The Silence
The Silence
© Constantin Film

Kritik: The Silence (2018)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

John R. Leonetti, der bereits als Kameramann (etwa für "Chucky 3", "Insidious" und "Conjuring") sowie als Regisseur (unter anderem für "Annabelle" und "Wish Upon") reichlich Genre-Erfahrung sammeln konnte, liefert mit "The Silence" einen weiteren Gruselfilm, dessen Prämisse unweigerlich an "A Quiet Place" (2018) denken lässt. Im direkten Vergleich fällt sowohl die Inszenierung von Leonetti als auch das Drehbuch von Carey und Shane Van Dyke deutlich zurück. In der Geschichte, die auf einem Roman von Tim Lebbon basiert, bringen Geräusche den Tod – da blinde Kreaturen mit extrem gutem Gehör auf Menschenjagd gehen. Während sich "A Quiet Place" auf die Strategien konzentrierte, die die Figuren entwickelt haben, um Geräusche zu vermeiden, steht bei "The Silence" das Eintreten der bedrohlichen Situation im Zentrum. Dabei setzt der Film vor allem auf die Formeln eines Survival-Schockers.

In einigen Passagen vermag die Erzeugung von Spannung zu funktionieren – etwa wenn die jugendliche Protagonistin Ally mit ihrem Vater Hugh in einer verlassenen und verwüsteten Drogerie den kleinen, fliegenden Urzeitmonstern entkommen muss. Die mörderischen Wesen – eine Mischung aus Wespe, Fledermaus und Alien im HR-Giger-Stil – sind jedoch nicht allzu überzeugend animiert und stehen mit ihrer trashigen Optik im Kontrast zu den durchaus gelungenen Bildern des Kameramanns Michael Galbraith. Als negativ erweist sich zudem der Einsatz pathetischer Mittel wie der Zeitlupe in Momenten, die besonders dramatisch erscheinen sollen. Auf erzählerischer Ebene schwankt das Werk zwischen Familiendrama in apokalyptischem Setting, Horrorfilm und der Variation eines Home-Invasion-Thrillers, die sich ergibt, als die Familie in einem abgelegenen Farmhaus Schutz sucht und dort bald auch mit einer menschlichen Gefahr konfrontiert wird.

Hauptdarstellerin Kiernan Shipka (bekannt als renitente Tochter aus "Mad Men" sowie als Titelheldin der übersinnlichen Coming-of-Age-Serie "Chilling Adventures of Sabrina") agiert solide – und auch ihre Filmeltern Stanley Tucci ("Kindeswohl") und Miranda Otto ("Der Herr der Ringe") machen ihre Sache einwandfrei. Die Figurenzeichnung fällt allerdings zu einfallslos aus, um echtes Interesse zu erwecken.

Fazit: Ein ordentlich gespielter Mix aus Drama, Horror und Thriller, dessen Tricks jedoch ebenso wenig überzeugen können wie die Dramaturgie oder die Umsetzung aufwühlender Augenblicke.




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