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Echo (2018)

EHO

Drama über zwei alternde, einsame Menschen in Deutschland und im Kosovo.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3.8 / 5

Filmsterne von 1 bis 5 dürfen vergeben werden, wobei 1 die schlechteste und 5 die beste mögliche Bewertung ist. Es haben insgesamt 4 Besucher eine Bewertung abgegeben.


Die 65-jährige Hanna (Klara Höfels) war in einen Autounfall verwickelt, der einen jungen Mann das Leben kostete. Hanna, die allein lebt, stellt Nachfragen an, wer dieser Mann namens Luan war, wo seine Familie lebt. Denn niemand scheint Luan näher gekannt zu haben, der sich illegal in Deutschland aufgehalten haben soll. In einer Stadt im Kosovo wartet der 71-jährige Ismet (Selman Jusufi) ungeduldig auf den monatlichen Geldbetrag, den ihm sein Sohn immer schickt. Doch der geht bei der Bank nicht ein.

Ismet harrt in seinem vom Krieg halb zerstörten und nie renovierten Haus aus, stumm und verloren. Er hat niemanden, mit dem er reden könnte. Hannas Nachforschungen ergeben, dass der Tote aus dem Kosovo stammte und immer Geld nach Hause schickte. Mit Macht drängt sich die Erinnerung an ihren eigenen Sohn Mathias in ihr Gedächtnis. Sie hat so lange schon keinen Kontakt mehr zu ihm. Es wird ihr bewusst, dass es keinen Ersatz für fehlende Familienbeziehungen gibt.

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Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse3 / 5

In seinem Spielfilmdebüt schlägt der Regisseur Dren Zherka eine thematische Brücke zwischen seiner alten Heimat, dem Kosovo, und seiner Wahlheimat Deutschland. Hanna und Ismet leben in ganz unterschiedlichen Verhältnissen, die eine in Deutschland, der andere im Kosovo. Ihre Biografien haben wenig gemeinsam, und sie wissen nicht einmal, dass sie über einen Unfalltoten miteinander verbunden sind. Der junge Mann, der in Deutschland starb und dessen ihr unbekannte Familie Hanna kontaktieren will, ist Ismets Sohn gewesen. Was jedoch Hanna und Ismet, die beide der Rentnergeneration angehören, über alle kulturellen und sonstigen Unterschiede hinaus verbindet, ist die Erfahrung von Einsamkeit und Verlust.

Zherkas Film vertieft sich in stillen Bildern in den Alltag von Ismet und Hanna. Weil die beiden so oft alleine sind, wird nicht viel geredet. Wer ein wenig mehr über die Biografien erfahren will, die Zherka seinen Figuren ausgedacht hat, kann sich auf der Filmhomepage Eho-Film.com informieren. Im Film selbst nämlich werden die Hintergründe und Zusammenhänge, die ihr Verhalten erklären könnten, allenfalls angedeutet. Die Zuschauer müssen selbst spekulieren und sich den Charakteren intuitiv annähern.

Hanna lebt in Deutschland in einer komfortablen, ein wenig altmodisch eingerichteten Wohnung, sie hat eine Lebensversicherung, kennt keine materiellen Sorgen. Sie bemüht sich, ein aktives, engagiertes Leben zu führen, doch gegen die Einsamkeit daheim helfen nur Tabletten. Einmal ruft sie bei ihrem Sohn an, doch ihr Mut verlässt sie rasch. Wenn sie die Familie des Unfallopfers ausfindig machen will, dann ist das auch ein unbewusster Versuch, sich für den Verlust der Beziehung zum eigenen Sohn zu entschädigen.

Ismet wird körperlich immer schwächer, er resigniert. Wenn er noch einmal die alten Tonbänder hört mit den fröhlichen Stimmen seiner Kinder, wird ihm offenbar bewusst, dass ihn nichts mehr in der Gegenwart hält. Seine Erinnerungen sind untrennbar mit der Katastrophe des Krieges verbunden, er nimmt nicht teil am Wandel der Stadt, von dem die Baustellen vor der Haustür künden. In Voice-Over werden poetische Texte rezitiert, die Ismets inneren Zustand spiegeln, seine Gedanken, die er nicht mehr äußern oder auf seiner Schreibmaschine zu Papier bringen kann. Sich einzukapseln, ist seine Form des Abschiednehmens. Dieser atmosphärisch dichte Film gibt sich ebenfalls verschlossen, vermag aber dennoch zu berühren.

Fazit: Das Spielfilmdebüt des Regisseurs Dren Zherka ist eine stille, nachdenkliche Etüde über die Einsamkeit im Alter. In Deutschland tröstet sich eine alleinstehende Frau mit ihrem Engagement für andere nur mühsam über den abgebrochenen Kontakt zu ihrem Sohn hinweg. Im Kosovo bricht für einen Mann aus tragischen Gründen der Kontakt zu seinem Sohn, der ihm Geld aus Deutschland schickte, ebenfalls ab. In langen Einstellungen tastet sich der Film an die Gefühlswelt seiner verschlossenen Protagonisten heran und lässt den Zuschauern Raum für eigene Entdeckungen.





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Land: Deutschland, Kosovo
Jahr: 2018
Genre: Drama
Länge: 93 Minuten
Kinostart: 06.09.2018
Regie: Dren Zherka
Darsteller: Klara Höfels als Hanna, Selman Jusufi als Ismet
Verleih: MAGUSfilms

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