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Timebreakers und die rätselhaften Grabzeichen
Timebreakers und die rätselhaften Grabzeichen
© Dreamfactory Filmverleih

Kritik: Timebreakers und die rätselhaften Grabzeichen (2018)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Zwei Jahre nach ihrem ersten Kinoabenteuer sind die "Timebreakers" oder "Timies", wie sie sich die Mädchen und Jungen aus der Lüneburger Heide selbst nennen, zurück. Dank ihrer magischen Kräfte reisen sie dieses Mal auf eine unvorhergesehene Rettungsmission tief in die Vergangenheit; zweifelsohne einer der narrativen und visuellen Höhepunkte des Films. Auf dem Weg dorthin nimmt die No-Budget-Produktion allerdings einige erzählerische Umwege mit zu vielen Längen.

Niels Marquardts Geschichte über Freundschaft, kindliche Neugier und Entdeckerlust ist erneut fantasievoll, detailverliebt, mit charmanten kleinen Spezialeffekten, vor allem aber stets mit Leidenschaft in Szene gesetzt. Die Laiendarsteller, die Marquardt für den Dreh selbst mit dem Auto abholte und zum Mittagessen wieder nach Hause fuhr, sind auch in der Fortsetzung mit Begeisterung dabei und spielen natürlicher als mancher professionelle Kinderdarsteller hierzulande. Die typischen Schwächen eines zweiten Teils kann Marquardts Drehbuch aber nie ganz verdecken.

Um das junge Zielpublikum, das Teil eins nicht gesehen hat, auf den neuesten Stand der Ereignisse zu bringen, stottert der erzählerische Motor zu Beginn merklich. Einige Charaktere stoßen erst spät zur Geschichte hinzu, andere gehen der Handlung immer wieder verloren, was auf die Verfügbarkeit der Nachwuchsdarsteller während der Dreharbeiten schließen lässt. Hier holpert die Handlung, erzeugt unnötig Verwirrung. Auch danach zeigt Marquardt lieber zu viel, wo weniger mehr gewesen wäre. Immerhin: Der Einsatz von Zeitraffer kombiniert mit Arkadiusz Sojkas gewitzter Musik gewinnt zwar nicht jeder, aber zumindest mancher Länge ordentlich Komik ab.

Wer einen qualitativ hochwertigen, topp durchdesignten Kinderfilm erwartet, sitzt aber eh im falschen Film. Gemessen am quasi nicht vorhandenen Budget, das laut Tausendsassa Marquardt, der neben Regie, Drehbuch und Produktion auch Kamera und Schnitt übernommen hat, bei 600 bis 1000 Euro lag, bietet "Timebreakers und die rätselhaften Grabzeichen" erneut ambitionierte und gelungene Unterhaltung.

Fazit: Die No-Budget-Produktion "Timebreakers" geht in die zweite Runde. Dem verschwindend geringen Budget geschuldet, hat das natürlich auch jede Menge Schwächen. Regisseur Niels Marquardt und seine enthusiastischen jungen Laiendarsteller bieten aber auch dieses Mal leidenschaftliches Familienkino für all jene, die genug von austauschbaren Hochglanzprodukten haben.




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