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Das Dorf der Vergesslichen (2018)

Die Doku "Das Dorf der Vergesslichen" zeigt den Alltag im thailändischen Dorf Faham, in dem Alzheimer-Patienten aus Europa leben und eine individuelle Pflege erfahren.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5
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Für ihren Dokumentarfilm "Das Dorf der Vergesslichen" besuchte Madeleine Dallmeyer Demenzpatienten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, die in einem thailändischen Dorf wohnen. Unter den Patienten: Der 70 Jahre alte Kurt, der sich für einen 30-Jährigen Mann hält, die sich ständig in einer Phantasiesprache unterhaltenden Freundinnen Margrit und Ruth sowie Martin, der sicher ist, überhaupt noch nie in Asien gewesen zu sein. Dallmeyer untersucht, wie die europäischen Patienten mit ihren asiatischen Pflegern auskommen und wie sich der Alltag im Dorf gestaltet.

Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse4 / 5

Regisseurin Dallmeyer ("Grenzenlos – Geschichten von Freiheit & Freundschaft") hielt sich für einige Wochen in Faham auf um genau zu beobachten, wie die Pflege vor Ort in "Baan Kamlangchay" funktioniert – trotz sprachlicher Barrieren und gänzlich unterschiedlicher Kulturen. Weltpremiere erlebte der Film im vergangenen Jahr auf dem Filmfestival Max-Ophüls-Preis. Es handelt sich um eine Produktion von kurhaus production, koproduziert vom Südwestrundfunk.

"Das Dorf der Vergesslichen" zeigt, wie der Alltag in einer Pflegeeinrichtung auch aussehen kann: Die rund 14 Patienten werden rund um die Uhr versorgt, sie erhalten eine Individualbetreuung und leben zu zweit in recht luxuriösen, geräumigen Häuschen. Alles in dem heimeligen Dorf im Norden des Landes ist so ganz anders, als man es von hiesigen Pflegeeinrichtungen kennt. Seniorenzentren, von denen die meisten überfüllt sind und unter dem Mangel an Fachkräften leiden. Dallmeyer sucht den direkten Kontakt zu den Patienten und Pflegern, ist bei Einkäufen dabei, bei Spaziergängen durch das Dorf, bei Ausflügen in die nähere Umgebung sowie bei den Therapien und Anwendungen.

Die Patienten wachsen einem mit ihren natürlich einerseits hochdramatischen, andererseits aber auch sympathischen, der Krankheit geschuldeten Eigenarten und ihrer schrulligen Art sofort ans Herz. So kann man sich ein Schmunzeln nicht verkneifen, wenn sie wieder einmal – auf der Terrasse sitzend – ihren Schabernack treiben, sich gegenseitig aufs Korn nehmen oder sich über die bizarrsten Phantasiebegriffe kaputtlachen (Margrit und Ruth). Gut ist auch, dass sich Dallmeyer nicht nur auf den Mikrokosmos "Demenzdorf" beschränkt sondern einen Blick über den Tellerrand wirft – und ebenso "Externe" wie den Dorfbürgermeister, eine dortige Kioskbesitzerin sowie den Gründer der Einrichtung näher betrachtet bzw. zu Wort kommen lässt.

Fazit: Lebensnahe Betrachtung einer alternativen Form der Seniorenbetreuung mit liebenswerten Porträtierten, die in ihrer eigenen Welt leben.




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Land: Deutschland
Jahr: 2018
Genre: Dokumentation
Länge: 90 Minuten
FSK: 0
Kinostart: 20.09.2018
Regie: Madeleine Dallmeyer

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