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Thilda & die beste Band der Welt
Thilda & die beste Band der Welt
© farbfilm verleih

Kritik: Thilda & die beste Band der Welt (2018)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Mit dem Roadmovie "Thilda & die beste Band der Welt" widmet sich der norwegische Regisseur Christian Lo ("Rafiki – Beste Freunde") abermals einer Geschichte um junge Menschen. Das Drehbuch von Arild Tryggestad erzählt von den Wünschen und Träumen eines Quartetts zwischen neun und 17 Jahren. Dabei spricht der Film ernste Themen an, hat jedoch insgesamt einen humorvollen Tonfall.

Das Skript und dessen Umsetzung begegnen den juvenilen Figuren mit sehr viel Sympathie. Die große Leidenschaft, die die Freunde Grim und Aksel für ihre Musik empfinden, wird schnell deutlich – und zugleich wird glaubhaft vermittelt, dass die Teenager mit ihrem Spiel auch gewisse Hoffnungen verbinden, sei es im amourösen Bereich (wie bei Aksel) oder in Bezug auf die dysfunktionale Familie (wie bei Grim). Ebenso interessant sind Thilda und Martin, die sich mit den beiden im "geborgten" Van nach Tromsø begeben, um dort bei der Rockmeisterschaft mitzumachen. Während Thilda von ihren Mitschülerinnen gehänselt wird und ihre viel beschäftigten Eltern kaum zu Gesicht bekommt, gilt Martin als "ein bisschen komisch" und leidet darunter, dass sein Vater bereits seine komplette Zukunft nach eigenen Vorstellungen geplant hat. Die vier Nachwuchstalente Tage Johansen Hogness, Jakob Dyrud, Tiril Marie Høistad Berger und Jonas Hoff Oftebro verkörpern ihre Rollen ganz wunderbar und harmonieren perfekt miteinander.

Die Inszenierung bietet zahlreiche schöne Momente, die sich mit der (entstehenden) Freundschaft zwischen den Hauptfiguren befassen. Hinzu kommen einnehmende Aufnahmen der skandinavischen Landschaft – und nicht zuletzt eine gute Portion Chaos und Action, wenn die Jugendlichen etwa einer Braut in Nöten helfen und anschließend auf deren Hochzeit auftreten oder wenn eine Verfolgungsjagd mit einem Polizisten stattfindet, in deren Verlauf sogar ein Hauch von Fantastik eingearbeitet wird.

Fazit: Ein rundum sympathisches Jugendabenteuer mit einem tollen Schauspiel-Quartett sowie einem gelungenen Mix aus Ernsthaftigkeit und Witz.




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