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Das stille Leuchten
Das stille Leuchten
© Real Fiction

Kritik: Das stille Leuchten - Die Wiederentdeckung der Gegenwart (2018)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Der Dokumentarfilm "Das stille Leuchten – Die Wiedereroberung der Gegenwart" ist, wie die Regisseurin Anja Krug-Metzinger in einem Interview berichtet, das Ergebnis einer vierjährigen Recherche. Um sich dem Thema der säkularen Achtsamkeitsmeditation zu widmen, suchte Krug-Metzinger einige Institutionen in Deutschland, Frankreich und der Schweiz auf und lässt in ihrem Werk sowohl die Personen, die entsprechende Methoden anbieten, als auch die Personen, die sie in Anspruch nehmen, zu Wort kommen.

Neben diesen Interview-Passagen setzt Krug-Metzinger vor allem auf die Beobachtung. So zeigt sie etwa Schulkinder der Elisabethenschule in Frankfurt am Main bei Übungen zur Lockerung, die von der Pädagogin und Autorin Vera Kaltwasser geleitet werden. Ebenso ist die Kamera dabei, wenn Kinder in einer Berliner Kita am "Happy Panda Project" teilnehmen – einem spielerischen Training, welches von der Molekularbiologin Cécile Cayla entwickelt wurde, um unter anderem die Konzentration, das Körpergefühl und die soziale sowie emotionale Intelligenz junger Menschen zu fördern. Indem der Film die unterschiedlichsten Techniken vorstellt, präsentiert er für Probleme wie physische und psychische Belastung keine ultimative Antwort; vielmehr wird die Vielfalt an Lösungsansätzen eingefangen.

Zu den interessantesten Szenen von "Das stille Leuchten" zählt zum einen der Einblick in einen Stresstest, der am Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften in Leipzig durchgeführt wird. Wenn der Proband hier ein simuliertes Vorstellungsgespräch in denkbar unangenehmer Atmosphäre meistern soll und mit Rechenaufgaben konfrontiert wird, entsteht sogar beim Zuschauen ein Gefühl von Stress. Eindrücklich sind auch die Momente, in denen sich junge Frauen und Männer äußern, die ein Bildungs- und Entwicklungsjahr – genannt "Project Peace" – einlegen, das eine sechsmonatige "Unterwegs-Zeit" im Ausland einschließt.

Fazit: Eine dokumentarische Betrachtung diverser Praktiken der säkularen Achtsamkeitsmeditation, die uns in erster Linie einen erhellenden Über- und Einblick in die Strömung und deren Formen ermöglicht.




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