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Blame - Verbotenes Verlangen
Blame - Verbotenes Verlangen
© Alpha Centauri Studios

Kritik: Blame - Verbotenes Verlangen (2017)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Die 23-jährige amerikanische Schauspielerin Quinn Shephard gibt mit diesem Drama, in dem sie auch die Hauptrolle übernommen hat, ihr Spielfilmdebüt als Regisseurin. Sie hat ihr eigenes Drehbuch inszeniert, das von der verführerischen Anziehungskraft handelt, die sich zwischen jugendlichen Schülerinnen und ihren Lehrern entwickeln kann. Abigail, die sich in den Lehrer Jeremy verliebt, heißt nicht von ungefähr so wie eine Figur aus Arthur Millers "Hexenjagd". Denn der Film stellt Parallelen her zwischen dem Stück und dem Hexenkessel einer Highschool der Gegenwart.

Abigail und Jeremy sind auf ihre individuelle Weise Außenseiter. Abigail wird regelrecht gemobbt von ihren Schulkameraden, seit sie in der Psychiatrie war. Jeremy ist zum Ärger seiner Freundin im Berufsleben noch nicht richtig angekommen, er möchte so gerne auf der Bühne stehen, traut sich aber nicht so recht und hält sich mit Jobs über Wasser. Als er sieht, wie gut Abigail spielt, erwacht auch in ihm die Leidenschaft für das Schauspiel neu. Nach dem Unterricht proben die beiden, besprechen alle Details der Aufführung. So stützen sie sich gegenseitig und machen sich Mut, ihren eigenen Weg zu gehen.

Aber die Geschichte handelt auch von Verführung und erotischer Anziehung, davon, wie leicht es ist, einen Schritt zu weit zu gehen, aus künstlerischer Leidenschaft eine persönliche zu machen, aus dem Korsett gesellschaftlicher Regeln ausbrechen zu wollen. Abigail und die missgünstige Melissa legen sich auch ganz schön ins Zeug, um Jeremy den Kopf zu verdrehen.

Quinn Shephard inszeniert die jungen Mädchen sehr erotisch, es gibt viele Aufnahmen, die allein der Schönheit ihrer Gesichter gelten, ihrer körperbetonten Kleidung, ihrem Auftreten. In solchen Bildern spiegelt sich einerseits die für Mädchen dieses Alters typische Beschäftigung mit dem eigenen Aussehen und dem Wunsch, sexuell attraktiv zu erscheinen. Melissa kleidet sich aufreizend in Leder und sexy Miniröckchen, hat knallrot gefärbte Haare. Abigail sieht zunächst aus wie eine graue Maus, dann aber bekommen ihre grauen und schwarzen Kleider einen enganliegenden Schnitt, sie trägt auf einmal Make-Up und wirkt dabei eleganter als Melissa. So reizvoll diese Bilder auch sind, die Handlung wirkt zuweilen etwas holprig und noch recht amateurhaft inszeniert. Doch die zeitlosen Themen der Versuchung und des jugendlichen Überschwangs geben ihr eine gewisse Relevanz und Spannung.

Fazit: In ihrem Spielfilm-Regiedebüt inszeniert sich die junge amerikanische Schauspielerin Quinn Shephard selbst als Highschool-Schülerin, die ihrem Lehrer den Kopf verdreht. Die Fallstricke der romantisch gefärbten Schüler-Lehrer-Beziehung ergeben Parallelen zu Arthur Millers Stück "Hexenjagd", das die Klasse probt. Aufgrund seiner zeitlosen Themen aus dem schulischen Kosmos, wie Ausgrenzung, Rivalität, Talent und Engagement wirkt der Film durchaus interessant. Er will aber auch gefallen, indem er die Schülerinnen in aufreizender Kleidung und verführerischen Posen inszeniert.




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