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Kritik: Ploey - Du fliegst niemals allein (2018)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Für den in Reyjkiavik geborenen Filmemacher Arni Asgeirsson ist "Ploey" der erste Film seit der Produktion "Brim" von 2010. Neben seiner Tätigkeit als Regisseur ist er auch noch als Drehbuchautor aktiv. Die isländisch-belgische Co-Produktion orientiert bei ihrer Geschichte an der isländischen Folklore. Darin stehen die Regenpfeifer für den Anfang der Sommermonate.

"Ploey" widmet sich thematisch unter anderem der Frage nach dem Umgang mit Verlusten und vermittelt die Botschaft, an seine Fähigkeiten zu glauben und sich nicht vom rechten Weg abbringen zu lassen. Dabei handelt es sich um kindgerechte Botschaften und sinnvolle, lehrreiche Inhalte, die "Ploey" mittels einer stimmigen Mischung aus Wortwitz, Action, Slapstick aber auch Melancholie vermittelt. Denn trotz aller Rasanz (die rund 85 Minuten Lauflänge sind enorm kurzweilig) und des erzählerisch hohen Tempos, nimmt sich der Film Zeit für nachdenkliche, schwermütige Momente – und stellt in diesem Zusammenhang gekonnt die Frage nach der Überwindung von Einsamkeit und Trauer.

Die Action ist ein zentraler Bestandteil des Films. "Ploey" wimmelt nur so vor Verfolgungsjagden, halsbrecherischen Stunts sowie spektakulären Stürzen und Sprüngen. Außerdem beweisen die Macher durchaus Talent in Sachen Authentizität und Charakterzeichnung. Denn viele der tierischen Figuren statten sie mit typischen Merkmalen und Eigenschaften aus, die man den entsprechenden Tieren auch im wahren Leben zuschreibt: Die Maus zum Beispiel erweist sich als etwas tollpatschig, das Schneehuhn als widerstands- und anpassungsfähig und die Schwalbe kommt leichtgläubig und ein wenig naiv daher.

Abzüge gibt es bei der visuellen bzw. technischen Umsetzung sowie der musikalischen Untermalung. Diese wirkt in ihrem überdeutlichen, fast aggressiven Einsatz nicht selten zu dominant und plakativ. Und die Animationen sind weniger detailliert und wirken bei weitem nicht so ausgefeilt und realistisch wie es in Pixar- und Dreamworks-Filmen der Fall ist. Dieser Umstand ist freilich auch dem wesentlich geringeren Budget geschuldet.

Fazit: Sympathischer, kindgerechter Animationsspaß mit hohem Action- und Slapstickanteil, der in Sachen Optik und visueller Ausgestaltung nicht mit Pixar- und Dreamworks-Produktionen mithalten kann.




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