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Nome di donna (2018)

Aussage gegen Aussage: italienisches Drama über eine Pflegerin, die sich gegen sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz wehrt.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5
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Von Beruf ist Nina (Cristiana Capotondi) Restauratorin, doch nach ihrer Kündigung ist die alleinerziehende Mutter nicht wählerisch. Als sie eine begehrte Stelle am Institut Baratta, einem noblen kirchlichen Altenheim auf dem Land, antritt, ahnt sie nicht, welche Abgründe sich dort auftun. Sexuelle Belästigung durch Marco Maria Torri (Valerio Binasco), den Direktor des Instituts, steht dort auf der Tagesordnung.

Nina zeigt Torri an und wird fortan von ihren Kolleginnen, die zu den Vorfällen schweigen, geschnitten. Mithilfe der Gewerkschaft will Nina ihren Fall vor Gericht bringen, doch das Verfahren wird eingestellt, noch bevor Nina überhaupt zu ihren Anschuldigungen aussagt. Im Gegenzug verklagt Torri Nina wegen übler Nachrede. Erst als sich andere Mitarbeiterinnen an die Öffentlichkeit wagen, wird der Fall neu aufgerollt.

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Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse3 / 5

Das True-Crime-Genre, also die fiktionalisierte Umsetzung echter Kriminalfälle, boomt in Film und Fernsehen. Seit der #MeToo-Debatte sind zum üblichen Mord und Totschlag Straftaten hinzugekommen, die einer besonderen Sensibilität bedürfen. Mittlerweile nimmt sich auch das italienische Kino dieses Themas an. Regisseur Marco Tullio Giordana zeichnet in seinem jüngsten Drama einen Fall nach, der so zwar nicht passiert ist, sich aber wie ein wahres Verbrechen anfühlt.

Gemeinsam mit seiner Co-Autorin Cristiana Mainardi erzählt Giordana von Strukturen, die als exemplarisch für unzähliges Fehlverhalten am Arbeitsplatz gelten können. Die von Kritikern der #MeToo-Debatte so gern beschworene Grauzone gibt es nicht. Dass Männer inzwischen nicht einmal mehr Flirten dürften, ist schlicht Unfug. Obwohl es nicht zum Äußersten kommt, ist jedem im Publikum das Fehlverhalten des Chefs gegenüber seiner Angestellten offensichtlich. Diese Erkenntnis auf das eigne Arbeitsleben im echten Leben zu übertragen, sollte eigentlich kein Problem sein.

"Nome di donna" führt nüchtern vor Augen, woran es im Berufsalltag bis heute allzu oft krankt. Von der Kirche gedeckt und sich in seiner Arroganz und falsch verstandenen Männlichkeit suhlend, ist sich der Direktor des Pflegeheims keiner Schuld bewusst. Schuld daran sind nicht nur, aber eben auch die Bestätigung durch Männerbünde und Seilschaften, das Wegsehen und Schweigen (auch der betroffenen Frauen) und die Macht und die Mittel, die Wahrheit zu unterdrücken und die Opfer zu denunzieren und mundtot zu machen.

Valerio Binasco spielt den Direktor grandios als abstoßendes Ekelpaket. Als mitunter an sich zweifelnde, aber unerschütterliche Frau, die kein Opfer sein will und mutig ihren Weg geht, steht Cristiana Capotondi ihrem filmischen Gegenspieler in nichts nach. Diese beiden sind die großen Trümpfe in einem ansonsten eher durchschnittlichen Drama. Die dynamischen Kamerabewegungen in emotionalen Szenen sind ebenso unglücklich wie die großen Handlungssprünge, die nicht immer gewollt, sondern dem Schneidetisch geschuldet scheinen.

Fazit: "Nome die donna" ist ein wichtiger Film zur richtigen Zeit. Das Drama behandelt sexuellen Missbrauch am Arbeitsplatz mit Nachdruck und der nötigen Sensibilität. Die zwei Hauptdarsteller sind die große Stärke dieses inszenatorisch nur durchschnittlichen Films.




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Land: Italien
Jahr: 2018
Genre: Drama
Länge: 92 Minuten
FSK: 12
Kinostart: 05.12.2019
Regie: Marco Tullio Giordana
Darsteller: Cristiana Capotondi als Nina, Valerio Binasco als Marco Maria Torri, Stefano Scandaletti als Luca
Verleih: Arsenal

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