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Der kleine Spirou
Der kleine Spirou
© barnsteiner-film

Kritik: Der kleine Spirou (2017)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

"Der kleine Spirou" von Nicolas Bary basiert auf der gleichnamigen frankobelgischen Comic-Serie von Tome und Janry (alias Philippe Vandevelde und Jean-Richard Geurts), welche wiederum im Jahre 1987 aus der Comic-Serie "Spirou und Fantasio" hervorging. Das Drehbuch, das Bary gemeinsam mit Laurent Turner verfasste, konzentriert sich auf den Konflikt des Titelhelden, sich zwischen Familientradition und eigenen Träumen entscheiden zu müssen.

In der Auseinandersetzung mit diesem Problem entstehen gelungene Szenen – etwa wenn Spirou feststellt, wie sehr er den für ihn vorgesehenen Berufsweg eines Hotelpagen als beengend und deshalb beängstigend empfindet. Die Botschaft, die hier vermittelt wird, ist zeitlos: Nur weil etwas seit Generationen ausgeübt wird, muss man diesem Pfad nicht zwangsläufig folgen, sondern sollte stets eigene Ideen entwickeln und seine Zukunft selbst gestalten dürfen. Schön ist auch die humorvolle Interaktion zwischen Spirou und dessen Clique sowie das Finale, in welchem Spirou seinen Schwarm Suzette mithilfe seiner Freunde auf eine imaginäre Weltreise in einem selbst gebastelten Gefährt einlädt. Hier wird die Kraft der Fantasie gefeiert, wenn mit Ventilatoren, Kunstregen und ähnlichen Mitteln ein Abenteuer simuliert wird, das schließlich in eine tatsächliche Verfolgungsjagd mündet.

Nebenfiguren wie der phlegmatische Sportlehrer Monsieur Mégot (François Damiens) oder die attraktive Klassenlehrerin Mademoiselle Chiffre (Gwendolyn Gourvenec) erhalten in einzelnen Momenten zwar die Möglichkeit, etwas mehr Charaktertiefe zu offenbaren, dienen allerdings auch für einige allzu platte, überholte Gags. Punkten kann die Realverfilmung indes neben Altstar Pierre Richard ("Der große Blonde mit dem schwarzen Schuh", "Monsieur Pierre geht online") in der Rolle des Großvaters mit dem spielfreudigen Kinder-Ensemble, das seine Sache durchweg gut macht.

Fazit: Die Leinwand-Adaption der Comic-Serie widmet sich dem nachvollziehbaren Konflikt eines Schülers und liefert ein originell gestaltetes Finale.




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