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Anderswo. Allein in Afrika
Anderswo. Allein in Afrika
© barnsteiner-film © Avalia Studios

Kritik: Anderswo. Allein in Afrika (2018)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Eine Strecke von 15.000 Kilometern hat der Deutsche Anselm Nathanael Pahnke auf dem afrikanischen Kontinent mit dem Fahrrad zurückgelegt. Auf diesem abenteuerlichen Trip hat er sich selbst gefilmt. Das Ergebnis ist ein sehr gelungener, spannender Dokumentarfilm, der den Zuschauern die Vielfalt und Schönheit Afrikas näherbringt. Mit dem ungewohnten Alleinsein, den Strapazen, mit Wind und Wetter konfrontiert, entdeckt der unbeschwerte junge Mann die Freiheit des selbstbestimmten Reisens ganz intensiv.

Oft nimmt er sich und die Umgebung in voller Fahrt mit der Kamera auf. Winkende Fußgänger und Radfahrer lässt er hinter sich, wird selbst von Lastern überholt, die ihn in eine Staubwolke hüllen. Aber oft fährt er durch ganz einsame, imposante Landschaften, sieht Zebras, Giraffen, Elefanten, schlägt sein Zelt auf einem grünen Hochplateau auf oder im Sand, durch den Skorpione laufen. Zusätzlich zu seinem Voice-Over-Kommentar spricht er auch beim Radfahren in die Kamera und verrät, ob der Wind nervt, ob er müde ist oder glücklich. Immer wieder kommt er mit Menschen am Straßenrand, die ihn fröhlich grüßen, ins Gespräch. Dass diese Fahrt aber auch eine große sportliche Herausforderung darstellt, wird einem bewusst, wenn es wieder einmal wie so oft den Berg hinauf geht, bei brütender Hitze.

Anselm genießt das Erlebnis, in die Natur und die Atmosphäre des Kontinents einzutauchen. Das Abenteuer fordert seinen Preis, nämlich eine Malaria-Infektion. Der junge Mann aber gewinnt unterwegs, wie er selbst betont, so viel Selbstbewusstsein, dass er weiterreisen will. Wie sehr dieser unerschrockene, unternehmungslustige Radfahrer Afrika ins Herz geschlossen hat, merkt man seinem filmischen Bericht stets an. Dieser schildert, im Gegensatz zu manch anderen Reisedokus, ein Erlebnis mit Ausnahmecharakter und keine Ansammlung von Banalitäten. Er weckt Sympathien für Land und Leute jenseits von Ethnofolklore, Krisenszenarien oder Armutsklischees.

Fazit: Der Dokumentarfilm von Anselm Nathanael Pahnke lässt die Zuschauer in die abwechslungsreiche Schönheit der afrikanischen Landschaften eintauchen. Die Strapazen der 15.000 Kilometer langen Fahrt teilen sich eindrucksvoll mit, weil sich der Radfahrer in Aktion filmt, bei Wind und Wetter, auf bergigen oder sandigen Strecken. Die fröhliche Offenheit, mit der sich der Reisende auf Land und Leute einlässt, beeindruckt ebenso wie seine aufrichtige Art, über die Höhen und Tiefen dieser ganz besonderen Selbsterfahrung Auskunft zu geben.




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