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Die Erscheinung (2018)

L'Apparation

Drama: Ein Journalist soll als Mitglied einer Kommission im Auftrag des Vatikans ein angebliches Wunder untersuchen.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5
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Der Franzose Jacques Mayano (Vincent Lindon) war viele Jahre als Kriegsberichterstatter tätig. Bei seinem letzten Einsatz hat er seinen Kollegen verloren – und ist seither tief traumatisiert. Als ihn ein Anruf des Vatikans erreicht, reist er nach Rom, wo er den Auftrag erhält, mit weiteren Kommissionsmitgliedern eine angebliche Marienerscheinung zu untersuchen, die sich in einem kleinen Dorf zugetragen haben soll.

Die junge Anna (Galatéa Bellugi) behauptet, ihr sei die Muttergottes erschienen, wodurch der Schauplatz des berichteten Ereignisses bereits zu einer Pilgerstätte avanciert ist und die Jugendliche von vielen wie eine Heilige verehrt wird. Mayano, der sich selbst als Atheist sieht, beginnt mit seiner Recherche und stößt dabei auf etliche Rätsel. Überdies führen seine Begegnungen mit Anna zu einer persönlichen Wandlung.

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Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse4 / 5

"Die Erscheinung" ist das neue Werk des französischen Filmemachers Xavier Giannoli ("Chanson d'amour", "Madame Marguerite oder Die Kunst der schiefen Töne"); gemeinsam mit Jacques Fieschi und Marcia Romano verfasste der Regisseur auch das Drehbuch, welches sich durch eine intensive Recherche auszeichnet. Die in Kapitel untergliederte Geschichte liefert einen interessanten Einblick in die Arbeit einer katholischen Kommission, die prüfen muss, ob sie eine angebliche Marienerscheinung als Wunder anerkennt oder deren Glaubwürdigkeit infrage stellen soll. Wir lernen diesen Vorgang aus der Sicht des atheistischen Journalisten Jacques Mayano kennen, der zu einem Teil des Ausschusses wird, und begeben uns mit dem Protagonisten zunächst in die Archive des Vatikans.

Im Gegensatz zu den kolportageartigen Dan-Brown-Romanen und -Adaptionen befasst sich "Die Erscheinung" auf nachdenkliche und anspruchsvolle Weise mit religiösen Themen. Dem Film geht es weniger um eindeutige Antworten oder um eine klare Wertung der Geschehnisse; vielmehr widmet er sich subtil vielen Aspekten seines Sujets, die in der Inszenierung und nicht zuletzt im Schauspiel überzeugend auf die Leinwand gebracht werden. Wenn die Kamera einfängt, wie am Schauplatz des behaupteten Wunders in kleinen Shops alle erdenklichen Devotionalien mit dem Antlitz der jungen Frau, der die Muttergottes erschienen sein soll, feilgeboten werden, ist das eine kritische Auseinandersetzung mit den Mechanismen der Vermarktung und Ausbeutung des Glaubens. Dennoch ist Giannolis Mix aus Drama und leisem Krimi kein Werk, das Religion als Betrug entlarven will. Die Jugendliche Anna, die von ihrem Erlebnis mit der Jungfrau Maria berichtet, erweist sich als komplexe, tief gläubige und empathische Figur.

Die 1997 geborene Galatéa Bellugi ("Keeper") verkörpert Anna überaus einfühlsam; nach und nach erfahren wir mehr über die mögliche "Seherin", die nach einer Kindheit und Jugend in Heimen und Pflegefamilien als Novizin in einem Kloster lebt und plötzlich Berühmtheit erlangt. Und auch Hauptdarsteller Vincent Lindon ("Der Wert des Menschen") spielt seine Rolle mit Hingabe. Insbesondere die Interaktionen zwischen Jacques und Anna gehören zu den emotional spannendsten Passagen von "Die Erscheinung".

Fazit: Eine gut recherchierte und differenziert erzählte Geschichte über die Untersuchung einer übernatürlichen Erfahrung; eindrücklich gespielt von Vincent Lindon und Galatéa Bellugi.




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Land: Frankreich
Jahr: 2018
Genre: Thriller
Länge: 137 Minuten
Kinostart: 13.12.2018
Regie: Xavier Giannoli
Darsteller: Vincent Lindon als Jacques Mayano, Galatéa Bellugi als Anna, Patrick d'Assumçao als Père Borrodine
Verleih: Filmperlen

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