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FBW-Bewertung: Playmobil: Der Film (2018)

Prädikat wertvoll

Jurybegründung: Bevor die abenteuerliche Reise der beiden Geschwister Marla und Charlie in die animierte Welt des Playmobil Universums beginnt, hat der Film eine realistisch inszenierte Rahmenhandlung mit tragischem Ende gesetzt. Marla hat ihren Schulabschluss und singt ein Loblied auf ihren neuen Pass:?Der öffnet mir die Welt?. Und genau das will sie auch: in die weite Welt hinaus. Da klingelt die Polizei, beide Eltern sind bei einem Unfall ums Leben gekommen. Vier Jahre später bewohnen die Geschwister immer noch das riesige Elternhaus, Marla völlig überfordert mit der Erziehung ihres störrischen jüngeren Bruders, der nach einem Streit wegläuft. Marla sucht ihn und findet ihn in der ?Playmobilhalle? einer Spielzeugmesse. Hier beginnt die gemeinsame Fantasyreise.
Im Laufe des turbulenten Geschehens vergisst man den knapp erzählten traurigen Auftakt, auf die Jury wirkt dieser, gerade auch in Bezug auf die Gesamtdramaturgie, ein wenig unorganisch.

Die wilde Tour führt die Geschwister, mal gemeinsam, mal voneinander getrennt, quer durch die meisten Playmobil Soziotope, die es gibt, Zeitreise inklusive. Charlie wird als Held bei den Wikingern gefeiert, es gibt wilde Verfolgungsjagden auf der Autobahn, Marla landet im Wilden Westen auf dem Rücken eines Gauls,in Rom gibt der Kaiser Musicaleinlagen zum Besten, in Moskau wird á la James Bond mit Hilfe von High Tech agiert, auch Dinosaurier müssen bekämpft werden, es gibt Amazonen und Kopfgeldjäger. Dazu einen charismatischen Geheimagenten, einen hilfsbereiten Foodtruckfahrer, eine extravagante Fee undeinen gutherzigen Roboter. Ein buntes Potpourri von Spielwelten, Figuren, Genres und Filmzitaten.

Dramatischer Höhepunkt ist Charlies Gefangennahme durch den römischen Imperator mit Androhung von Folter und Tod, kommentiert von ironischen Bemerkungen. Er muss im Kolosseum um sein Leben kämpfen und wird in letzter Minute gerettet. In Neuschwanstein singt die Zauberfee das hohe Lied der Selbstermächtigung:?Hab vor gar nichts Angst?.

Den Machern ist mit PLAYMOBIL? DER FILM ein phantasievoller Film mit schön animierten Figuren und gutem Soundtrack gelungen. Mit seiner positiven Botschaft soll er gerade der jungen Zielgruppe Mut machen, auch in aussichtslosen Situationen nach Lösungen zu suchen und nach vorne zu schauen.

Einschränkend befand die Jury allerdings, dass der Film von einer gewissen Atemlosigkeit geprägt ist, einem etwas angestrengten Überangebot von Action und Schauplätzen, einen großen Gendergap zwischen der Zeichnung der männlichen und der weiblichen Protagonisten aufweist und die rasante Handlung miteiner großen Menge von Dialogen und Kommentaren überfrachtet wurde.

Dennoch sieht die Jury in PLAYMOBIL? DER FILM einen gelungenen Animationsfilm, der Kinder (und ihre erwachsenen Begleiter) unterhalten, berühren und positiv inspirieren kann. Hierfür vergibt sie gerne das Prädikat ?wertvoll?.



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