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Goliath96 (2018)

Drama: Der erwachsene Sohn einer alleinerziehenden Frau hat sich gänzlich in sein Zimmer zurückgezogen.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3.0 / 5

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Kristin Dibelius (Katja Riemann) arbeitet in einer Bank in Hamburg; vor Jahren wurden sie und ihr Kind von ihrem Mann verlassen. Ihrem Umfeld – etwa ihrer Kollegin Monika (Jasmin Tabatabai) – erzählt sie, dass ihr inzwischen erwachsener Sohn David (Nils Rovira-Muñoz) in Texas studieren würde. Doch seit zwei Jahren hat dieser sich in sein Zimmer zurückgezogen. Er spricht nicht mit seiner Mutter und verlässt nur nachts sein Zimmer, um sich eine Tiefkühlpizza zu machen oder zur Toilette zu gehen.

Durch Fiona (Elisa Schlott) – eine ehemalige Kommilitonin von David – erfährt Kristin, dass David in einem Internetforum für Drachenbau aktiv ist. Sie findet seinen Nickname "Goliath96" heraus und nimmt als "Cinderella97" Kontakt mit ihm auf. Bald geraten die Dinge jedoch außer Kontrolle.

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Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse4 / 5

Mit "Goliath96" legt der Drehbuchautor und Regisseur Marcus Richardt sein Spielfilmdebüt vor. Das Skript, das er gemeinsam mit Thomas Grabowsky verfasst hat, widmet sich einem Phänomen, für das es in Japan den Begriff "Hikikomori" gibt und das auch in Isabel Prahls Familiendrama "1000 Arten Regen zu beschreiben" thematisiert wurde: Ein junger Mann flieht vor der Welt und begibt sich in die völlige Isolation in seinem Zimmer. Richardt fokussiert sich dabei zunächst auf die Position der alleinerziehenden Mutter, die einst von ihrem Mann verlassen wurde und nun damit zurechtkommen muss, dass ihr Sohn seit zwei Jahren nicht mehr mit ihr spricht und nur nachts im Haus umherschleicht.

Dabei kann sich das Werk auf eine hingebungsvolle Hauptdarstellerin stützen: Katja Riemann spielt die schwierige Rolle mit großer Intensität; die Bemühungen, den äußeren Schein zu wahren und sich selbst mit der Situation zu arrangieren, werden von ihr ebenso nachvollziehbar dargeboten wie die zunehmende Überforderung. Wenn sich die Protagonistin Kristin dazu entschließt, anonym per Chat mit ihrem Sohn David in Kontakt zu treten, wird auch ihre Freude, endlich wieder eine Verbindung zu David aufzubauen, überzeugend vermittelt. An dieser Stelle erweitert der Film seine Perspektive – und zeigt uns auch die Sicht von David. Mehr und mehr entwickelt sich "Goliath96" zu einer Geschichte mit ödipalen Elementen, die auf eine Katastrophe zuzusteuern droht. Dabei verlässt er jedoch nicht den Pfad der Glaubwürdigkeit.

Der theatererfahrene Nils Rovira-Muñoz erweist sich in seinem Part als David als perfekte Besetzung; ferner steht mit Elisa Schlott ("Fremde Tochter"), Jasmin Tabatabai und David Wurawa ein guter Nebencast zur Verfügung. Visuell gelingt es Richardt und dessen Kameramann Wedigo von Schultzendorff, die verklärte Vergangenheit in idyllischen Strandbildern und die einsame Gegenwart in den Aufnahmen in der Wohnung spürbar zu kontrastieren.

Fazit: Ein Mutter-Sohn-Drama, das ganz vom intensiven Schauspiel von Katja Riemann und deren Co-Star Nils Rovira-Muñoz lebt.




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FBW: wertvollMarcus Richardts Film widmet sich einem Phänomen, welches die Japaner ?Hikikomori? nennen. Immer mehr Jugendliche oder junge Erwachsene reagieren auf den gesellschaftlichen Druck mit totalem Rückzug und verlassen nicht einmal mehr das heimische [...mehr]

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Land: Deutschland
Jahr: 2018
Genre: Drama
Kinostart: 18.04.2019
Regie: Marcus Richardt
Darsteller: Katja Riemann als Kristin Dibelius, Erwin Leder, Elisa Schlott
Verleih: Little Dream Entertainment GmbH

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