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Big Fish & Begonia
Big Fish & Begonia
© Universum Film

Kritik: Big Fish & Begonia - Zwei Welten, Ein Schicksal (2016)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 5 / 5

Das Warten hat sich gelohnt. Nach einer mehrfach unterbrochenen, von Finanzierungsschwierigkeiten begleiteten, insgesamt zwölfjährigen Produktionszeit haben Xuan Liang und Chun Zhang ihr Langfilmdebüt 2016 doch noch fertig gestellt. Die Mischung aus Mythologie, Coming-of-Age-Drama, Abenteuer- und Liebesgeschichte avancierte in China zu einem der erfolgreichsten Animationsfilme aller Zeiten. Zweieinhalb Jahre später schaffen es die fantasievollen Bilder auch in Deutschland und Österreich auf die große Leinwand. Und genau dort gehören sie hin, denn sie sind atemberaubend.

Das Regieduo entführt sein Publikum in eine fantastische Parallelwelt voll fliegender Fische, doppelköpfiger Schlangen, magischer Kräfte, liebenswerter und Furcht einflößender Kreaturen. Dem Einfallsreichtum der Animatoren scheinen keine Grenzen gesetzt. Die Rattendame Shu Po oder der einäugige Hüter der Seelen Ling Po, der mit Vervielfachungen seiner selbst Karten spielt, sind nur zwei von unzähligen Beispielen für die unbändige Kreativität. Handlung, Figuren und Setting erinnern freilich an die Filme des japanischen Zeichentrickfilmstudios Ghibli – von "Das Schloss im Himmel" (1986) über "Chihiros Reise in Zauberland" (2001) bis zum vorerst letzten Kapitel "Erinnerungen an Marnie" (2014).

An die ganz großen Würfe des japanischen Nachbarn reicht "Big Fish & Begonia" zwar nicht heran, denn mitunter sind die zuweilen brillanten Animationen etwas holprig, ist aber der fantasievollste Animationsfilm seit Langem. Liang und Zhang erzählen ihre Geschichte liebevoll und bedacht. Auf ihrem Weg zum Erwachsenwerden muss die junge Hauptfigur Chun lernen, geliebte Wesen loszulassen, große Opfer zu bringen und Opfer anderer zu akzeptieren. "Big Fish & Begonia" führt Alt und Jung behutsam an Themen wie Vergänglichkeit, Schicksal und Seelenwanderung heran. Eine tiefgründig-meditative Geschichte über Freundschaft, Liebe und Tod.

Fazit: Der fantasievollste Animationsfilm der vergangenen Jahre kommt aus China. Mit unbändigem Einfallsreichtum und viel Liebe zu den Figuren legt das Regieduo Xuan Liang und Chun Zhang eine magische Geschichte über das Erwachsenwerden, über Freundschaft, Liebe und Tod vor, die man sich unbedingt auf der großen Leinwand ansehen sollte.




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