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Blue Note Records: Beyond the Notes
Blue Note Records: Beyond the Notes
© Studiocanal

Kritik: Blue Note Records: Beyond the Notes (2018)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Huber interviewte für ihren Film einige frühere und aktuelle künstlerische Aushängeschilder des Labels: von Don Was über Herbie Hancock bis hin zu Norah Jones. Die 39-jährige Jazzsängerin Jones ("Come away with me") gehört zu den erfolgreichsten Blue Note-Interpretinnen der letzten Jahre und sorgte Anfang der 00er-Jahre für ein Jazz-Revival. Die in Bern geborene Filmemacherin Huber ist eigentlich gelernte Schauspielerin und wirkte in einer Vielzahl an Film- und Theaterproduktionen in Deutschland und der Schweiz mit.

Man merkt "Blue Note Records" deutlich an, dass er von echten Liebhabern umgesetzt wurde. Huber und ihr Team geben sich große Mühe, das Phänomen "Blue Note" aufzuarbeiten und die entscheidenden Einflüsse auf den "Blue Note"-Sound sowie die prägenden Phasen in der Historie für den Zuschauer zu vermitteln – von den Anfängen in den späten 30ern über die (künstlerische wie kommerzielle) Hochphase in der Mitte des 20. Jahrhunderts bis hin zu jüngeren Entwicklungen und modernen Strömungen in der Soul- und Jazzmusik.

Aus diesem Grund ist es klug, dass Huber sowohl mit vielen altgedienten Künstlern als auch mit jüngeren Musikern spricht. Sie alle äußern sich offen und freimütig über ihre ganz persönliche Beziehung zu "Blue Note Records". So erklären zum Beispiel Robert Glasper und Terrace Martin, die einer neuen Generation einflussreicher Jazz-Musiker angehören, wie sie über den Jazz letztlich auch zu anderen Stilen gekommen sind. Etwa dem Hip-Hop. Auch dieses Thema berücksichtigt der Film: den Einfluss auf moderne Musikgattungen wie etwa Hip-Hop und Rap. Dramaturgisch und handwerklich ist der Film weitestgehend konventionell gehalten, berücksichtigt in seiner chronologischen Aufarbeitung der Geschichte des Labels aber alle relevanten Ereignisse.

Zudem verfügt "Beyond the notes" über tolle, teils äußerst rare Archivaufnahmen und -bilder von Konzerten, Proben und Studiosessions. Apropos Sessions: Eine willkommene Abwechslung zu den Interviews und den historischen Schwarz-Weiß-(Bewegt-)Bildern stellten die Szenen aus dem Tonstudio dar. Hier blickt Huber Altstars wie Hancock oder Wayne Shorter über die Schulter, wie sie zusammen mit jüngeren Künstlern das 2017er-Album "Our Point Of View" (2017) einspielen.

Fazit: Zwar setzt Regisseurin Huber hier und da durchaus Vorwissen und damit großes Interesse für die Thematik des Films voraus, dennoch gelingt ihr mit "Beyond the notes" ein ebenso erhellendes wie vielseitiges Porträt des bekannten Jazzlabels "Blue Note Records".




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