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Anything (2017)

US-Drama über einen depressiven Witwer, der sich in eine Transfrau verliebt.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4.0 / 5

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Early Landry (John Carroll Lynch) fällt nach dem Unfalltod seiner Frau in eine Depression. Der Versicherungsmakler versucht, sich das Leben zu nehmen. Seine Schwester Laurette (Maura Tierney) holt ihn aus der Klinik im US-Bundesstaat Mississippi zu sich nach Los Angeles. Bei Laurette, ihrem Mann und ihrem Sohn fühlt sich Early aber rasch eingeengt, denn seine Schwester hat stets ein wachsames Auge auf ihn. Der Mittfünfziger beschließt, sich eine Wohnung in Hollywood zu nehmen, um einen Abstand zur Schwester herzustellen. Laurette ist entsetzt: In jener Gegend soll es von Drogenabhängigen, Prostituierten und Kriminellen wimmeln, warnt sie ihn.

Early will sich in seiner neuen Wohnung in Ruhe in seinen Schmerz verkriechen. Nur ist die neue Nachbarschaft doch ziemlich laut, vor allem nachts. Earlys Nachbarin, die Transfrau Freda (Matt Bomer), besucht ihn und lockt ihn mit provokanten, flirtenden Sprüchen ein wenig aus der Reserve. Bald erkennt Early, dass Freda, die auf dem Straßenstrich arbeitet, genauso einsam und verzweifelt ist wie er. Die beiden ungleichen Menschen kommen sich emotional allmählich näher.

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Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse3 / 5

Dieses vom US-Schauspieler Timothy McNeil inszenierte Drama basiert auf seinem gleichnamigen Theaterstück und erzählt von zwei Gestrandeten, die der Liebe begegnen. Early und Freda könnten kaum verschiedener sein. Er ist ein biederer Südstaatler, der 26 glückliche Jahre mit seiner kürzlich verstorbenen Ehefrau verbrachte. Sie ist eine drogenabhängige Transgender-Frau mit losem Mundwerk, die in Stöckelschuhen und kurzem roten Kleid auf den Strich geht. Aber in dieser zarten, melancholisch-verhaltenen Romanze entdecken die beiden Nachbarn eines Mietshauses in einer berüchtigten Gegend Hollywoods, dass sie einiges verbindet. Sie sind seelisch verwundet, einsam und brauchen dringend jemanden, der sie aufrichtet. Vor allem aber finden sie sich von Anfang an sympathisch.

Early ist eine Seele von Mensch, so einer wie er hat wohl noch nie in jenem Haus in Hollywood gewohnt. Die junge Brianna (Margot Bingham) ist völlig erstaunt, dass er sie im Hof im Vorbeigehen einfach freundlich grüßt. Brianna ist unglücklich verliebt in einen Musiker und die flüchtigen Kontakte mit diesem freundlichen Nachbarn öffnen ihr die Augen, stärken ihren Lebenswillen. Freda erlebt viel Gewalt und Ausgrenzung und träumt von einem bürgerlichen Leben, bei Early findet sie eine Schulter zum Anlehnen. Diese nachbarschaftliche, dann freundschaftliche Beziehung ist ein Geben und Nehmen. Early kann endlich über seine Frau und seine Trauer reden, und erkennen, dass es Leute gibt, die ihn schätzen. Ein spannungsgeladener Höhepunkt des Dramas entsteht, als Early seine Schwester mit Familie zum Abendessen einlädt, damit sie Freda kennenlernen. Denn Laurette findet ihren Bruder unglaublich naiv und respektiert seine Fähigkeit nicht, so viel offener und vorurteilsfreier an Menschen heranzugehen als sie selbst.

Das Drama verdankt seinen Reiz vor allem den beiden Hauptcharakteren und ihren überzeugenden Darstellern. Man gibt sich gerne dem etwas märchenhaften Charme der Grundidee hin, wonach Leute wie Early und Freda hoffen dürfen, die Milieuschranken zwischen ihnen mit einem Achselzucken einzureißen. Allerdings wirken einige Stationen dieser Beziehung recht pflichtschuldig abgeklappert – beispielsweise wenn Early als Fels in der Brandung während Fredas kaltem Entzug dient. Eine gewisse Realitätsferne macht sich bei der eher nur behaupteten, rasch skizzierten Entwicklung der Charaktere bemerkbar. Der Film verfolgt zu sehr die Absicht, tröstlich und entwaffnend zu sein.

Fazit: In der Verfilmung seines gleichnamigen Theaterstücks erzählt der amerikanische Regisseur Timothy McNeil von zwei auf der Schattenseite Hollywoods gestrandeten Seelen. Obwohl der depressive Witwer Early und die Transfrau Freda, die ihr Geld auf dem Straßenstrich verdient, unterschiedlicher kaum sein könnten, geben sie sich gegenseitig Halt. Die zarte Romanze lebt von ihrem verträumten, tröstlichen Charme und den guten Hauptdarstellern, aber sie legt zu wenig Wert auf Realitätsnähe und eine glaubwürdige Figurenzeichnung.




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Land: USA
Jahr: 2017
Genre: Drama
Länge: 93 Minuten
FSK: 12
Kinostart: 09.05.2019
Regie: Timothy McNeil
Darsteller: John Carroll Lynch als Early Landry, Matt Bomer als Freda Von Rhenburg, Maura Tierney als Laurette Sachman
Verleih: Kinostar

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