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Die Schneekönigin: im Spiegelland
Die Schneekönigin: im Spiegelland
© 24 Bilder

Kritik: Die Schneekönigin: im Spiegelland (2018)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Hans Christian Andersens Märchen "Die Schneekönigin" wurde schon oft verfilmt oder als Inspiration für filmische Neuinterpretationen verwendet. Ein Beispiel ist Disneys "Die Eiskönigin – Völlig unverfroren" aus dem Jahr 2013. Bereits ein knappes Jahr vorher kam der russische Animationsfilm "Die Schneekönigin – Eiskalt verzaubert" heraus, der wie seine beiden Fortsetzungen "Die Schneekönigin 2" von 2014 und "Die Schneekönigin 3" von 2016 in Deutschland nur eine Heimkino-Auswertung erhielten. Nun liegt der vierte Film der Reihe vor, der auch in den deutschen Kinos startet. Um der Handlung folgen zu können, ist es nicht unbedingt nötig, die vorigen Filme zu kennen. Warum König Harald die Schneekönigin als seine Erzfeindin betrachtet, verrät sie selbst mit einem knappen Hinweis: Sie hat den König und seinen kleinen Sohn früher einmal eingefroren.

Unter der Regie des Amerikaners Robert Lence, der als Drehbuchautor und in anderen Funktionen auch schon an diversen Animationsfilmen von Disney oder Dreamworks beteiligt war, und seines russischen Kollegen Aleksey Tsitsilin entwickelt sich der Film zum actionreichen Fantasyabenteuer. Mit seiner Technikgläubigkeit scheint König Harald gerade den Beginn des industriellen Zeitalters zu verkünden. Magie, Märchen, Fantasie – das alles hält er für wertlos und veraltet. Anders, der kleine Königssohn, äußert dagegen nur zaghaft Einwände – aber seine Stunde wird kommen. Das aufgeweckte Mädchen Gerda, die Trolle, die geisterhafte Schneekönigin sind interessante, sympathisch gezeichnete Figuren. Gerda ist gar nicht zimperlich – einmal verpasst sie gar einem Jungen einen Kopfstoß. Ihre Kampfbereitschaft passt wiederum zur Piratengeschichte, in die sich der Film streckenweise verwandelt. Dass Alfidas Schiff und die Verfolger-Flotte des Königs durch die Lüfte fliegen, von einem Zeppelin in Haifischform oder von Ballons getragen, gehört zu den reizvollsten visuellen Einfällen des Films.

Auch beim Genre der Superheldenfilme nimmt diese turbulente Geschichte Anleihen. Thematisch und gestalterisch beeindruckt der Film mit einer ungeheuren Fülle von Ideen. Dabei versucht er fast schon zu viele unterschiedliche Elemente unter einen Hut zu bringen. Die Landschaften mit ihren Schluchten, durch welche die Luftschiffe fliegen, das blaue Spiegelland, aber auch das alte Städtchen, in dem Gerda lebt, sind schön gezeichnete Kulissen. Insgesamt also ist der vollgepackte Film doch recht ansprechend geraten.

Fazit: In diesem russischen Animationsfilm paktiert ein Mädchen mit der in Gefangenschaft lebenden Schneekönigin, um einen in den technischen Fortschritt vernarrten König daran zu hindern, alle Magier aus seinem Reich zu verbannen. Das einfallsreiche, actionreiche Abenteuer bezieht seine Figuren nicht nur aus der Märchen- und Sagenwelt, sondern versteht sich auch als Piraten- und Superheldenfilm. Trotz seiner Tendenz zur Überfülle überzeugt der Film mit seinen sympathischen Figuren und der ansprechenden visuellen Gestaltung.




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