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Die Winzlinge - Abenteuer in der Karibik
Die Winzlinge - Abenteuer in der Karibik
© Weltkino Filmverleih

Kritik: Die Winzlinge - Abenteuer in der Karibik (2018)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 5 / 5

Aus dem Meer gleichförmiger Animationsfilme, die jedes Jahr die Kinos überschwemmen, stach "Die Winzlinge – Operation Zuckerdose" (2016) um Längen heraus. Die Mischung aus real gefilmten Hintergründen und animierten Tierchen, die ganz ohne Worte auskommt, verzauberte durch Einfallsreichtum, Witz und Liebe zum Detail. Hélène Giraud und Thomas Szabo heißen die Macher hinter dieser außergewöhnlichen Mixtur, die schon seit 2006 in kurzen Episoden als Fernsehserie zu sehen ist. Im zweiten Kinoauftritt schicken sie ihre kleinen Krabbler nun in die Karibik.

Dort lauern jede Menge neue Gefahren in noch tollerem, weil plastischerem 3D. Ein junger Marienkäfer und sein Vater müssen sich Gottesanbeterinnen mit hypnotischen Augen, fleischfressenden Pflanzen und eines pelzigen Angreifers erwehren. Ameise und Spinne geraten derweil während ihrer Überfahrt erst in einen Sturm, dann in den Magen eines Hais, wodurch sich der Achtbeiner zu extremen Mitteln genötigt sieht. Statt seiner geliebten Opernarien legt er elektronische Musik auf und lässt die Bässe seines MP3-Players so lange wummern, bis der Hai seine Opfer vor lauter Übelkeit wieder ausspeit.

Girauds und Szabos zweiter abendfüllender Film ist rappelvoll mit diesen abgedrehten Ideen. Mal morsen die Ameisen mit ihren Fühlern rund um den Globus, mal treibt die Spinne ihr Luftschiff mit einem Knallkörper an. Gepaart mit gelungenem Slapstick, witzigen Soundeffekten und Mathieu Lamboleys Score, der mal nostalgisch in alten Filmmusiken schwelgt, mal die Bewegungen der Tiere tänzelnd nachempfindet, versprüht auch die Fortsetzung irrsinnig viel Witz und Wärme. Für die Erwachsenen streuen die beiden Regisseure hin und wieder kurze Filmzitate von "Sindbads siebente Reise" (1958) bis "Apocalypse Now" (1979) ein.

Die wunderbar inszenierten Miniaturen, etwa die bereits erwähnte mit dem Hai, geraten nie zu einer Nummernrevue, weil es dem Drehbuch des Duos gelingt, sie zu einem schlüssigen Ganzen zu formen. Es ist eine Geschichte über Freundschaft, Zusammenhalt und die Liebe (zur Natur), über Abenteuerlust, Entdeckermut und den Willen, dem Fremden gegenüber offen und aufgeschlossen zu sein.

Fazit: Hélène Giraud und Thomas Szabo legen in der Fortsetzung ihres kleinen Animationswunders noch eine Schippe drauf. "Die Winzlinge – Abenteuer in der Karibik" sprüht vor Charme, Witz und Wärme. Eine wundervolle Geschichte über Zusammenhalt, Weltoffenheit und die Liebe (zur Natur), die erneut völlig ohne Worte auskommt. Da ist man vor Staunen glatt sprachlos.




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