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Der Fall Sarah & Saleem (2018)

The Reports on Sarah and Saleem

Drama: Eine Israelin und ein Palästinenser haben miteinander eine Affäre in Jerusalem – und geraten plötzlich in Gefahr.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5
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Die Israelin Sarah (Sivane Kretchner) lebt mit ihrem Ehemann David (Ishai Golan) und ihrer kleinen Tochter in West-Jerusalem. David ist als Oberst in der israelischen Armee tätig; Sarah betreibt ein Café, das sie aber vermutlich schon bald wieder schließen muss, weil David ein weiteres Mal versetzt wird. Der Palästinenser Saleem (Adeeb Safadi) arbeitet für eine Großbäckerei als Fahrer und beliefert das Café von Sarah; die beiden haben kürzlich eine Affäre miteinander begonnen und treffen sich heimlich auf abendlichen Parkplätzen. Auch Saleem ist verheiratet – er wohnt mit seiner schwangeren Frau Bisan (Maisa Abd Elhadi), die an der Universität studiert, in Ost-Jerusalem und leidet darunter, dass er und Bisan von Bisans Bruder Mahmood (Mohammad Eid) finanziell abhängig sind.

Als Sarah Saleem auf einer Fahrt in die palästinensische Stadt Bethlehem begleitet, kommt es dort in einer Bar zu einem Vorfall, der weitreichende Konsequenzen hat. Gegen Saleem werden Anschuldigungen erhoben – und er lässt sich auf eine Falschaussage ein, um weitere Probleme zu vermeiden. Doch schon bald sind nicht nur die Ehen von Sarah und Saleem in Gefahr; Saleem droht eine langjährige Haftstrafe – und Sarah gilt unter Davids Kollegen als Verräterin.

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Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse4 / 5

"Der Fall Sarah & Saleem" ist das neue Werk des palästinensischen Filmemachers Muayad Alayan ("Love, Theft and Other Entanglements"). Das von Rami Musa Alayan – dem Bruder des Regisseurs – verfasste Drehbuch ist inspiriert von wahren Begebenheiten und befasst sich mit der Situation in der geteilten Stadt Jerusalem. In einem Regie-Statement schreibt Alayan, dass er selbst im militärisch besetzten Teil Jerusalems aufgewachsen ist – und dass er eine Geschichte erzählen wollte, in der Menschen in diesem Umfeld vor der Entscheidung stehen, ihren eigenen moralischen Kompass über Bord zu werfen, um sich selbst zu retten, oder alles zu riskieren.

Es beginnt mit einem Seitensprung – einer privaten Handlung, die an diesem konfliktbeladenen Ort jedoch rasch eine politische Dimension annimmt, da die Affäre zwischen einer Israelin aus West-Jerusalem und einem Palästinenser aus Ost-Jerusalem stattfindet. Das Skript und dessen Umsetzung fangen nachvollziehbar ein, wie der Ehebruch zu einer immer gefährlicheren Staatssache wird, in die bald der Geheimdienst und das Militär involviert sind. Und der Film lässt uns spüren, wie die vier zentralen Figuren mehr und mehr die Kontrolle verlieren; wie sie Fehler begehen, sich und andere in Lügen verstricken und sich dem Besatzungsapparat hilflos ausgeliefert sehen.

Während zunächst Sarah und Saleem im Mittelpunkt stehen, widmet sich das Werk im weiteren Verlauf auch Saleems Ehefrau Bisan und Sarahs Gatten David. Der Film ist ein Mix aus Drama und Thriller, interessiert sich aber nicht für genretypische Zuspitzungen, sondern für eine realistische Darstellung des Lebens in Jerusalem – für die kleinen, persönlichen Konflikte, in die der Staat gnadenlos einbricht. So lässt Alayan ohne Effekthascherei Spannung entstehen; und er wird dabei von einem engagiert spielenden Quartett unterstützt.

Fazit: Ein glaubhaft erzählter, figurenzentrierter Film über moralische Dilemmata und die Gewalt des Staates in Jerusalem.




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Land: Niederlande, Deutschland, Mexiko
Jahr: 2018
Genre: Drama, Krimi
Länge: 127 Minuten
Kinostart: 14.03.2019
Regie: Muayad Alayan
Darsteller: Maisa Abd Elhadi, Mohammad Eid, Kamel El Basha
Verleih: missingFilms

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