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Kritik: Red Notice (2021)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

Der US-amerikanische Drehbuchautor und Regisseur Rawson Marshall Thurber hat bereits sehr unterschiedliche Arbeiten vorgelegt. Auf die brachiale Sport-Comedy "Voll auf die Nüsse" (2004) folgte die einfühlsame Dreiecks-Love-Story "Ein verhängnisvoller Sommer" (2008) – und auf weitere Komödien-Ausflüge (darunter das slapstickhafte Roadmovie "Wir sind die Millers") der Action-Kracher "Skyscraper" (2018) mit Dwayne Johnson. Letzterer ist nun auch einer der drei Stars in "Red Notice", einer Mischung aus Action und Buddy-Comedy.

Der Film erzählt von Kunstraub – und wirkt dabei selbst so, als habe Thurber einfach Plot- und Inszenierungselemente aus diversen großen Kinoproduktionen zusammengeklaut, insbesondere aus den "James Bond 007"- und "Indiana Jones"-Reihen, gepaart mit dem üblichen Humor, der sich ergibt, wenn ein ungleiches Duo gezwungenermaßen am selben Strang ziehen muss. Johnson und sein Leinwandpartner Ryan Reynolds scheinen Spaß am Geplänkel zu haben; allzu viel Wortwitz halten ihre Dialoge allerdings nicht bereit. Und auch Gal Gadot ("Wonder Woman") als meistgesuchte Kunstdiebin der Welt wird vom Drehbuch nicht unbedingt herausgefordert.

Thurber stand ein beachtliches Budget zur Verfügung – und so wartet "Red Notice" mit etlichen internationalen Schauplätzen, mit Verfolgungsjagden, Schießereien, Explosionen, Stunts und sogar einem (CGI-)Stier auf. Dadurch wird ein gewisses Grundbedürfnis nach sinnfreier Hollywood-Unterhaltung befriedigt; dennoch bleibt diese Setpiece-Dramaturgie völlig seelenlos. Keine Szene ist so spannend wie die genannten Vorbilder – und auch von der Eleganz und Cleverness etwa der "Ocean's"-Reihe ist dieser Film trotz Edel-Kulissen und einiger Twists meilenweit entfernt. Nichts spricht gegen Entertainment – aber gänzlich ohne den Willen, etwas Erinnerungswürdiges zu schaffen, sollte auch Popcorn-Kino wie "Red Notice" nicht sein.

Fazit: Gut gelaunte Stars, viel Action, reichlich Klamauk – und kein einziger origineller Einfall. Junkfood aus der Hollywood-Küche ohne (Nähr-)Wert.




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