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Kritik: Dark Eden - Der Albtraum vom Erdöl (2018)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 5 / 5

Regisseurin Herold ist eine wahre Globetrotterin. Nach ihrem Germanistik-Studium arbeitete sie zunächst für einige Jahre in Australien als Journalistin, bevor es sie nach Kanada verschlug. Dort lebte sie von 2004 bis 2006. Mittlerweile hat sie in Leipzig eine neue Heimat gefunden. Der Film "Dark Eden", der in Ko-Produktion mit ZDF/3sat entstand, ist ihre erste Regie-Arbeit. Zuvor hatte sie bereits mehrere Drehbücher verfasst.

"Dark Eden" beschreibt in nüchternen, klaren Bildern den "Albtraum vom Erdöl". Es geht um eines der größten Umweltverbrechen unserer Zeit, von dem ein Großteil der Menschen aber wahrscheinlich noch nie gehört hat. Allein dieser Umstand, dass Regisseurin Herold auf jenes grauenvolle Verbrechen an Mensch, Tier und Natur aufmerksam macht, verschafft dem Film schon seine Daseinsberechtigung. Und das, ohne jemals die Äußerungen und Ansichten der Befragten zu bewerten oder die Moralkeule zu schwingen. Denn die Bilder sprechen für sich.

Wenn die Kamera die unzähligen Quadratkilometer an verwüsteter, zerstörter Landschaft und schwarzer Erde einfängt, dann stockt einem der Atem. Dunkle Giftwolken bilden sich und dicker Smog hängt über den technischen Anlagen und Raffinieren. Der industriell betriebene Raubbau entlässt toxische Stoffe ungefiltert in die Luft – mit dramatischen Konsequenzen. Die Anzahl der Tumorerkrankungen in und um Fort McMurray steigt rapide und die Ureinwohner können aufgrund der von sehr aggressiven Krebsarten befallenen, todkranken Tiere schon längst nicht mehr vom Jagen leben.

Wie man an so einem Ort leben kann, fragt man sich als Zuschauer zwangsläufig. Die von Herold mit Bedacht und Einfühlungsvermögen geführten Interviews mit den vielen verschiedenen "Interessengruppen" (Vertreter der Öl-Lobby, Ureinwohner, Gastarbeiter, Zugezogene etc.), geben Antworten auf diese Frage. Die Antworten bzw. Gründe sind vielfältig, komplex und regen zum Nachdenken an – ebenso wie es dieser wichtige Film in seiner Gesamtheit tut.

Fazit: Wie hoch ist der Preis für unser Öl und sind wir bereit, für das große Geld Gesundheit und unwiderrufliche Umweltschäden zu riskieren – nur zwei der essentiellen Fragen, die diese brillante, aufklärerische und nachdenklich stimmende Doku aufwirft.




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