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Kritik: Un café sans musique c'est rare à Paris (2018)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Mit der deutsch-französischen Koproduktion "Un café sans musique c'est rare à Paris" (aka "Voyages") legt Johanna Pauline Maier ("Die Schwärmer") eine filmische Reflexion über Identität vor. Das Drehbuch, das sie zusammen mit Peter Jung geschrieben hat, und dessen Umsetzung sind ganz der Traumlogik verpflichtet; immer wieder kommt es zu Wendungen, durch welche die von Jana Klein verkörperte Protagonistin Anna in einem völlig neuen Licht erscheint.

Das Werk erzählt von der Suche nach sich selbst – und findet dabei originelle Wege, um uns sowie die Heldin der Geschichte wiederholt zu irritieren. Anna wird in Paris mit Menschen konfrontiert, die behaupten, sie zu kennen, und sie gerät in Lebensentwürfe und Beziehungen hinein, von denen sie gar nicht weiß, ob es wirklich ihre eigenen sind. Auch die Bilder, die Maier und ihre Kamerafrau Sarah Blum wählen, sind bemerkenswert: Die französische Metropole wirkt oft ungewöhnlich still und verlassen; alles in diesem Film hat die Anmutung eines Rätsels. Manche Szenen sind zwar um eine Spur zu ungelenk gespielt; insgesamt gelingt es aber, dass wir Annas verwirrende Reise mit Interesse verfolgen.

Die 1974 in Köln geborene Jana Klein verleiht der unnahbaren Anna etwas Melancholisches; wir staunen mit ihr über die seltsamen Entwicklungen und die mysteriöse Atmosphäre der Orte, an die sich Anna im Laufe der Handlung begibt.

Fazit: Ein unkonventionelles kinematografisches Spiel mit Identität(en), angesiedelt in einem gespenstisch anmutenden Paris.




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