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Nevrland (2018)

Einnehmender Mix aus Psycho-, Sozial- und Coming-of-Age-Drama: Der 17-jährige homosexuelle Jakob kämpft gegen seine inneren Seelenqualen und begibt sich bei seiner Suche nach Liebe und Abwechslung ins Wiener Nachtleben – und in einen einschlägigen Gay-Chatroom, in dem er eine mysteriöse Bekanntschaft macht.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 5 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4.0 / 5

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Der 17-jährige Jakob (Simon Frühwirth) wird alltäglich von lähmenden Angstzuständen und Psychosen heimgesucht. Ablenkung versucht er bei seinem Nebenjob in einer Fleischerei zu finden, doch auch auf die lange Sicht werden seine psychischen Probleme nicht besser. In Wien bewohnt er gemeinsam mit seinem Vater (Josef Hader) und Großvater (Wolfgang Hübsch) eine kleine, einengende Wohnung. Sein Alltag ist durchzogen von Verunsicherung und Tristesse. Deshalb flieht er in den Abendstunden oft in die digitale Welt, indem er Gay-Porno-Seiten und Chat-Rooms besucht. Bei einem Sex-Cam-Chat lernt er Kristjan (Paul Forman) kennen. Nach dem Tod seines Großvaters und einer weiteren Verschlechterung seines Zustands, fasst Jakob den Entschluss, Kristjan in der Realität zu treffen. In dessen Wohnung wagen die beiden Männer die Reise ins geheimnisvolle Nevrland.

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Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse5 / 5

Nach zwei Kurzfilmen ist "Nevrland" das Langfilmdebüt des österreichischen Regisseurs Gregor Schmidinger, der eigene Erlebnisse und Autobiografisches in seinem Film verarbeitete. Weltpremiere feierte der außergewöhnliche Genre-Mix auf dem 40. Saarbrücker Filmfest Max Ophüls Preis. Dort wurde "Nevrland" mit dem Preis der Jugendjury bedacht. Hauptdarsteller Simon Frühwirth erhielt den Preis als bester Nachwuchsschauspieler.

Schmidingers Erstling fordert den Zuschauer durchaus heraus, nicht zuletzt da sich der mit einem kraftvoll und mitreißend agierenden Simon Frühwirth in der Hauptrolle stark besetzte Film keinem Genre eindeutig zuordnen lässt. Schmidinger baut auf Elemente des Psychothrillers, des Coming-of-Age-, Jugend- sowie Familiendramas und auch des an David Lynch erinnernden surrealen Films. Und: "Nevrland" verzichtet auf eindeutige Antworten auf die aufgeworfenen, vor allem die Hauptfigur quälenden Fragen. Es ist ein herausforderndes, ebenso provozierendes wie extremes Werk.

Lässt man sich aber voll und ganz auf diesen immer wieder von elektrisierend-pulsierenden, durchdringenden (Techno- und Elektro-)Klängen sowie flirrenden Strobo-Licht-Effekten durchzogenen audiovisuellen Rausch ein, erlebt man einen Film, der lange im Gedächtnis bleibt. Das liegt vor allem an zwei Dingen: Einerseits liefert Schmidinger hier ein meisterhaft montiertes und hochatmosphärisch gestaltetes, audiovisuelles Kunstwerk ab, das auf stilisierte, artifizielle rote und bläuliche Farbnuancen und einen unruhig-flackernden Underground-Sound baut.

All dies – das Nervöse, Irrlichternde, Hektische – steht für die aufgewühlte Gefühlswelt und den psychischen Extremzustand Jakobs. Dieser wird, und das ist der zweite und bereits angeschnittene Aspekt, von Simon Frühwirth phantastisch verkörpert. Mit ausgeklügelter Mimik und fein austarierten Gestiken spielt er die Orientierungslosig- und Wahnhaftigkeit seiner Figur mehr als glaubhaft.

Fazit: Radikal, abstrakt, surreal: Gregor Schmidingers filmische Ausnahmeerfahrung bleibt dank seiner grellen, hypernervösen visuellen und akustischen Gestaltung und des großartigen Jung-Hauptdarstellers lange in Erinnerung.




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Land: Österreich
Jahr: 2018
Genre: Drama
Länge: 88 Minuten
FSK: 16
Kinostart: 17.10.2019
Regie: Gregor Schmidinger
Darsteller: Simon Frühwirth als Jakob, Paul Forman als Kristjan, Josef Hader
Verleih: Salzgeber & Co. Medien GmbH

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