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FBW-Bewertung: Im Land meiner Kinder (2018)

Prädikat wertvoll

Jurybegründung: Dario aus Ecuador lebt seit 15 Jahren in Deutschland. Einer Einladung des Ersten Bürgermeisters von Hamburg folgend möchte er sich einbürgern lassen. Was nun beginnt, ist eine Odyssee durch Ämter, Formulare, Stempel und Genehmigungen. Der Film IM LAND MEINER KINDER erzählt mit großer Ruhe die Geschichte einer Einbürgerung. Der Regisseur und Protagonist Dario berichtet in animierten Rückblenden von seiner Ankunft in Deutschland, seiner anfänglichen Fremdheit, seinen Versuchen, als Performance-Künstler Fuß zu fassen. Beeindruckend sind die Gespräche mit den Schwiegereltern, die rückblickend sehr offen darüber sprechen können, wie befremdet sie anfangs von der Partnerwahl ihrer Tochter Steffi waren. Gerne hätte die Jury noch mehr aus der distanzierten Sicht des Südamerikaners auf deutsche Gepflogenheiten erfahren. Doch einen großen Teil des Films begleitet der Zuschauer den Filmemacher und Protagonisten bei Behördengängen, dem Ausfüllen von Formularbergen und dem mühsamen Einholen von Eckdaten der Verwandtschaft aus Ecuador. Der Regisseur fokussiert stark auf seine - an einigen Stellen wirklich lustige, an wenigen Stellen ein wenig überzogene - Bürokratiekritik. Bedauerlicherweise gibt er nach Ansicht der Jury so einigen interessanten Fragen nicht genug Raum. So z. B. ob Integration in die deutsche Gesellschaft zwangsläufig Anpassung bedeuten muss oder wie es Dario gelingt, seinen Lebensunterhalt zu bestreiten.

Was aber bleibt, ist eine mit augenzwinkerndem Humor und viel Herzblut durchsetzte Dokumentation einer erfolgreichen Einwanderung, die nicht nur als solche beeindruckt, sondern auch in einzelnen Sequenzenüberaus berührt, wie beispielsweise während der Einbürgerungszeremonie im prächtigen Hamburger Rathaus. Die FBW-Jury zeichnet den Dokumentarfilm von Dario Aguirre aufgrund der aufgeführten Qualitäten, seines spannenden Themas und seines sympathischen Protagonisten mit dem Prädikat ?wertvoll? aus.



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