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Brecht (2018)

Biopic: Der Literat Bertolt Brecht (1898-1956) entwickelt sich zu einem der einflussreichsten deutschen Dramatiker des 20. Jahrhunderts.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3.5 / 5

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In seiner Jugend bringt der 1898 in Augsburg geborene Bertolt Brecht (Tom Schilling) seinen Vater (Markus Hering) zur Verzweiflung: "Was soll das alles werden?" Wegen eines Aufsatzes wird der "Dichterling" beinahe des Gymnasiums verwiesen. Während er vom Kriegsdienst zurückgestellt wird, muss er mitansehen, wie seine Mitschüler eingezogen werden. Mit seiner Jugendliebe Paula Banholzer (Mala Emde) bekommt Brecht einen Sohn, der jedoch bei Leuten auf dem Land aufwächst. Er beginnt ein Verhältnis mit der Opernsängerin Marianne Zoff (Friederike Becht), die schwanger von ihm wird, das Kind aber verliert. Später lernt er die Schauspielerin Helene Weigel (Lou Strenger) kennen und lieben. Er lässt sich von Zoff scheiden und heiratet Weigel, die bald darauf das zweite gemeinsame Kind zur Welt bringt.

Als die Nationalsozialisten die Macht in seiner Heimat ergreifen, flüchtet der Theaterautor und -regisseur ins Ausland. Einige Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg kehrt Brecht (nun verkörpert von Burghart Klaußner) nach Ostberlin zurück. Während zwischen Weigel (jetzt Adele Neuhauser) und der Dänin Ruth Berlau (Trine Dyrholm) eine Konkurrenz entsteht, kämpft Brecht um ein eigenes Theater – und sieht sich mit schwierigen privaten und beruflichen Beziehungen sowie einer komplizierten politischen Situation konfrontiert.

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Brecht -  Burghart Klaußner und Adele Neuhauser


Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse4 / 5

Mit "Brecht" liefert der Drehbuchautor und Regisseur Heinrich Breloer ("Speer und er", "Buddenbrooks") eine 187-minütige Miniserie beziehungsweise "einen Film in zwei Teilen" über den titelgebenden deutschen Dichter Bertolt Brecht. Das Werk, das im Rahmen der 69. Berlinale seine Premiere feierte, ist – wie schon ein Großteil der früheren Arbeiten von Breloer – eine Mischform aus Spielszenen und dokumentarischem Material. In die fiktionalisierte Handlung werden alte Fotografien und Archivaufnahmen montiert – sowie Ausschnitte aus Interviews, die Breloer im Laufe der Jahre geführt hat. Dem Endergebnis ist die gründliche Recherche anzumerken; obendrein passt die angewandte Methode perfekt zu dem von Brecht entwickelten epischen Theater und dem darin zum Einsatz kommenden Verfremdungseffekt.

Wenn etwa die Annäherung zwischen Brecht und dessen Jugendliebe Paula Banholzer in romantischen Bildern gezeigt wird und Brecht dabei in einem recht heldenhaften Licht erscheint, wird dies geschickt durch kurze Passagen aus einem Interview mit der echten, älteren Paula Banholzer aufgebrochen, in denen diese amüsiert exklamiert: "Der lügt! Der lügt!" Es sei "viel dichterische Fantasie" in Brechts Schilderungen der Dinge, merkt Banholzer an – und lässt uns damit stets eine kritische Distanz zum Dargestellten einnehmen. Wenn der ältere Brecht wiederum äußert grobe Worte an die junge Theaterschauspielerin Regine Lutz richtet, wird auch hier die echte Regine Lutz in späteren Jahren dazwischengeschnitten – und sorgt mit ihrem Lachen dafür, dass Brechts damalige Machtposition als Regisseur unterminiert wird.

Im ersten Teil verkörpert Tom Schilling ("Oh Boy", "Werk ohne Autor") den jungen Brecht als selbstbewussten, aufstrebenden Literaten, der sich für ein Genie hält. Die Schulzeit und das Familienleben – mit dem verständnislosen Vater, der schwer kranken Mutter und dem Bruder, der in den Ersten Weltkrieg zieht – werden eingefangen; es wird deutlich, dass Brecht früh die Sinnlosigkeit des Krieges erkennt. Zudem widmet sich das Werk intensiv Brechts Beziehungen zu Frauen. Dabei agiert Schilling mit talentierten Co-Stars wie Mala Emde ("303") und Lou Strenger ("Das richtige Leben"). Auch wenn Burghart Klaußner ("Das weiße Band", "Der Staat gegen Fritz Bauer") den Titelpart im zweiten Teil übernimmt, ist Brechts Liebesleben von zentraler Bedeutung; und auch hier ist die Besetzung – darunter Adele Neuhauser (bekannt als Ermittlerin Bibi Fellner aus dem Wiener "Tatort") und Trine Dyrholm ("In einer besseren Welt") – sehr gelungen. Ebenso werden die politischen Umwälzungen der Zeit überzeugend erfasst – und es gibt interessante Einblicke in die Theaterproben.

Fazit: Ein durchweg gut gespieltes Doku-Drama, dessen Stilmittel sich optimal eignen, um den Werdegang des äußerst ambivalenten Dichters zu schildern.




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Land: Deutschland
Jahr: 2018
Genre: Drama, Dokumentation
Regie: Heinrich Breloer
Darsteller: Burghart Klaußner als Bertolt Brecht, Adele Neuhauser als Helene Weigel, Laura De Boer als  Isot Kilian
Verleih: Filmwelt

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