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Kritik: Kaviar (2017)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

"Kaviar" ist das Spielfilmdebüt der österreichisch-russischen Regisseurin Elena Tikhonova; das Drehbuch zu der politischen Satire hat sie gemeinsam mit Robert Buchschwenter verfasst. Auf dem diesjährigen Max-Ophüls-Festival wurde das Werk mit dem Publikumspreis ausgezeichnet. Die Geschichte um den Oligarchen Igor aus Russland, der unbedingt eine Villa auf der Schwedenbrücke im ersten Bezirk Wiens haben will und für dieses absurde Vorhaben rasch gierige Geschäftsmänner, Rechtsverdreher und korrupte Politiker findet, hat durch die "Ibiza-Affäre" um den FPÖ-Politiker Hans-Christian Strache erstaunliche Aktualität gewonnen. Das Skript und die Inszenierung nutzen zahlreiche Klischees – allerdings nicht aus Denkfaulheit, sondern um lustvoll damit zu spielen.

Die schräge, schwarzhumorige Farce gibt einen bitterbösen Einblick in das Schmieren der Politik; sie demonstriert die Macht des Geldes und die Lächerlichkeit der Leute, die sich für den Wunsch nach Reichtum und nach Ansehen korrumpieren lassen. Oft driftet der Film dabei ins Alberne, Derbe und Überzogene ab, hat jedoch auch immer wieder clevere Ideen. Überdies widmet sich "Kaviar" durch seine Protagonistin Nadja und deren beste Freundin Vera auch der russischen Community in Wien und erzählt von der Solidarität unter Frauen.

Die Hauptdarstellerinnen Margarita Breitkreiz ("Marija"), Darya Nosik und Sabrina Reiter ("Braunschlag") lassen große Spielfreude erkennen, als das Trio nach etlichen frustrierenden Erfahrungen den Entschluss fasst, den kriminellen Deal zwischen Igor und den Wienern zum Platzen zu bringen. Als Szenendieb erweist sich außerdem Georg Friedrich ("Helle Nächte"), der den egozentrischen Unternehmer Klaus herrlich abgedreht gibt.

Fazit: Ein satirisch-durchgeknallter, mit Verve dargebotener Film über Korruption und Machtspiele in der Alpenrepublik.




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