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Urfin, der Zauberer von OZ
Urfin, der Zauberer von OZ
© 2017 CTB Film Company, LLC / 2017 Melnitsa Animation Studio LLC / 2017 FSUE VGTR

Kritik: Urfin, der Zauberer von OZ (2019)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

In den USA kennt jedes Kind die kleine Dorothy, ihren Hund Toto und die Abenteuer, die sie in einem fantastischen Land fernab der heimatlichen Farm in Kansas erleben. Lyman Frank Baums 1900 verfasstes Kinderbuch "Der Zauberer von Oz" und seine 13 Fortsetzungen wurden unzählige Male verfilmt, zuletzt mit James Franco, Mila Kunis, Rachel Weisz und Michelle Williams. Die berühmteste Adaption bleibt freilich das in schönstem Technicolor erstrahlende Musical aus dem Jahr 1939 mit Judy Garland in der Hauptrolle.

In den ehemaligen Ostblock-Staaten ist indes eine andere Variante bekannt. Dort formte Schriftsteller Alexander Wolkow aus einer ursprünglich angedachten Übersetzung des Originals eine eigenständige Nacherzählung: "Der Zauberer der Smaragdenstadt" (1939). Auch Wolkow machte aus seinem Kinderbuch eine Reihe. Das Regietrio Vladimir Toropchin, Darina Shmidt und Fyodor Dmitriev hat nun Wolkows erste zwei Bücher mit Baums Original zu einem Animationsabenteuer verschmolzen.

Herausgekommen ist ein kunterbuntes Potpourri aus Wolkows und Baums Versionen. Es besticht durch die Liebe zu den Figuren und durch eine fein ausbalancierte Komik, die alle Altersklassen anspricht. Charaktere wie Urfins zum Leben erweckte Clownspuppe und sein Bärenfell besorgen als Teufelchen und Engelchen ebenso gelungene Gags wie die trägen Tiger im Hofstaat des Löwen. Toller Slapstick wechselt sich mit originellen Täuschungsmanövern und klugen Einfällen ab.

Visuell können die Animationen zwar nicht mit den Großproduktionen der internationalen Konkurrenz mithalten und erzählerisch holpert die von Aleksandr Boyarskiy verfasste Handlung mitunter arg, wenn Figuren wiederholt ziemlich abrupt eingeführt werden und Zeiten und Orte zu sprunghaft wechseln. Dafür bringen Toropchin, Shmidt und Dmitriev die Geschichte eines mutigen Mädchens gleichermaßen schwung- wie humorvoll auf die Leinwand.

Es ist die Geschichte eines herzlosen Einzelgängers, der sein Herz (wieder)entdecken muss, in einer Welt, in der "der Stift mächtiger ist als die Axt", wie es die Vogelscheuche an einer Stelle formuliert. Wenn das kein versteckter Hinweis an manch kühlen Staatenlenker ist, was dann?

Fazit: Mit "Urfin, der Zauberer von Oz" verschmelzen Vladimir Toropchin, Darina Shmidt und Fyodor Dmitriev das amerikanische Original "Der Zauberer von Oz" mit seiner russischen Nacherzählung zu einem schwung- und humorvollen Animationsabenteuer. Visuell kann der Film zwar nicht mit der internationalen Konkurrenz mithalten, punktet dafür aber mit Hirn und Herz.




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