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Misfit
Misfit
© Splendid Film © 24 Bilder

Kritik: Misfit (2019)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

Die Hauptdarstellerin des Films, die 18-jährige Frankfurter Schülerin Selina Mour, betreibt seit einiger Zeit einen erfolgreichen Youtube-Kanal. In "Misfit" spielen sehr viele sog. "Influencer" mit, die mit ihren Youtube-, Instagram- und TikTok-Kanälen teils hunderttausende Jugendliche erreichen. Darunter auch die Youtuberin Joyce Ilg. "Misfit" ist die Neuverfilmung eines holländischen Films aus dem Jahre 2017. Die Dreharbeiten fanden im vergangenen Jahr in Amsterdam statt.

"Misfit" ist ein für die Generation "Social Media" konzipierter Film, ganz auf die Sehgewohnheiten heutiger Jugendlicher zugeschnitten. Und: ein Film, der die Oberflächlich- und Schnelllebigkeit sowie die Hektik unseres (medialen) Zeitalters eindrucksvoll realitätsnah auf Zelluloid bannt. Die Folge davon jedoch ist, dass Kinobesucher über 20 mit diesem, von einer unnatürlichen Farbgebung (allein im kunterbunten Inneren des Schulgebäudes leuchtet und funkelt es unentwegt) dominiertem Werk vermutlich nichts anfangen können. Dafür sind etwa die Figuren zu schablonenhaft, einförmig und wenig tiefgründig gezeichnet.

An Julias neuer Schule etwa gehört ein jeder einer bestimmten Gruppe an, etwa den Sportlern, den Technik-Nerds, Video-Bloggern oder den Hip-Hoppern. Die Angehörigen jener "Squads" sind am Reißbrett entworfen und bekräftigen die Klischees und Vorurteile, die über jene "Gruppierungen" ohnehin schon herrschen. Tiefgründig und reflektiert geht anders. Im Bestätigen bzw. Untermauern von Allgemeinplätzen ("Deutschland das Land der Schlager und Bratwurst") ist der hektisch und zu überdreht inszenierte Film ohnehin sehr gut. Und die Botschaften, die er vermittelt, sind darüber hinaus mehr als fragwürdig.

In ihrer amerikanischen Heimat wurde Julia drei Jahre hintereinander zur Schönheitskönigin gewählt und hat einen erfolgreichen YouTube-Vlog mit mehreren tausend Followern. Wenn man sich als Teenager tatsächlich nur über – vergängliche – Aspekte und Merkmale wie Schönheit und Web-Popularität definiert, kann der Weg zum individuellen Lebensglück freilich nur ein steiniger und beschwerlicher sein.

Fazit: Ordinärer, trivialer und substanzloser Film für die Generation Z, einzig interessant für Youtuber, Follower und sonstige Social-Media-Jünger.




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