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Tito, der Professor und die Aliens
Tito, der Professor und die Aliens
© eksystent distribution filmverleih

Kritik: Tito, der Professor und die Aliens (2017)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Ein depressiver Weltraumforscher, zwei verwaiste Geschwister und das geheimnisumwobene Sperrgebiet der Area 51 stehen im Zentrum dieser versponnenen Dramedy aus Italien. Das Testgelände der US-Luftwaffe für neue Flugzeuge in der Wüste von Nevada gilt bei Ufologen und Verschwörungstheoretikern seit den späten 1940er Jahren als Ort, an dem wiederholt Ufos gesichtet und Aliens gelandet sein sollen. Die Regisseurin Paola Randi spielt vergnügt mit solchen Legenden und setzt die drei Hauptfiguren des Films in einer Wüsteneinsamkeit aus, in der sich Realität und Traumwelt nicht mehr verlässlich auseinanderhalten lassen. Der Professore, der in seinem Dämmerzustand der Trauer um seine Frau gestört wird und die beiden Schützlinge, die ihren toten Vater vermissen, müssen sich zusammen aus ihrem Unglück befreien.

Der Professore ist wortkarg und missmutig. Wenn er nicht auf dem Sofa liegt, geht er in seinen Bunker, von wo aus er die Radioteleskope in der Umgebung steuern kann. Vor allem aber hat er in dem Bunker einen selbstgebauten Roboter, der wie seine tote Frau Linda heißt und der mit ihm spricht und sogar tanzt. Vergeblich wartet der Professore auf die Wiederkehr eines Signals, das seine Frau ihm vor Jahren aus dem All schickte.

Die willensstarke Nichte Anita und der aufgeweckte Neffe Tito erkennen schnell, dass der Onkel nicht der erfolgreiche Wissenschaftler ist, von dem ihr Vater schwärmte. Die deutlichen, altklugen Worte Titos lassen beinahe vergessen, dass er ein Kind ist, das in seiner Trauer um den Vater einfühlsam getröstet werden will. Nicht nur Tito hält den Onkel auf Trab, auch Anita heizt ihm mit ihrer Lust auf Partys ein. Die Konflikte bringen die Dinge in Bewegung und sogar auch am Himmel tut sich plötzlich etwas.

Paola Randi erzählt von einer ungewöhnlichen Familienbildung. Die Botschaften aus dem Weltall scheinen irgendwie keine reinen Hirngespinste zu sein. Augenzwinkernd und mit Sinn für Magie lässt Randi das Übersinnliche oder eben die Science-Fiction hereinschneien, vorbeihuschen, beispielsweise in Form flüchtiger kleiner Lichtkugeln. Eine surreale Stimmung liegt über dem Wohnort des Onkels mit den abends in blaues Licht getauchten Zelten der Kinder. Hier treffen Tüftler-Ideen auf Weltraum-Spinnereien, wie an den fantasievollen Requisiten zu erkennen ist. Aber wer kann schon voraussagen, ob nicht alles seine Berechtigung hat und einen höheren Sinn…

Fazit: Die italienische Regisseurin Paola Randi beweist mit dieser ungewöhnlichen Geschichte Sinn für skurrile Fantasie und schelmischen Humor. Am Rande der berüchtigten Area 51 in der Wüste von Nevada, wo sich Fuchs und Alien Gute Nacht sagen, wartet ein trauriger Witwer und Weltraumforscher auf ein Signal von seiner Frau aus dem All. Er wird jäh aus seiner Lethargie gerissen, als die verwaisten Kinder seines Bruders aus Neapel auftauchen. An diesem Ort, der nicht allein der irdischen Realität zu gehören scheint, sind in der Folge vergnügliche Konfrontationen mit anrührender Note vorprogrammiert.




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