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Scala Adieu - von Windeln verweht
Scala Adieu - von Windeln verweht
© Filmdisposition Wessel

Scala Adieu - von Windeln verweht (2018)

Dokumentarfilm: In der Konstanzer Innenstadt muss ein traditionsreiches Programmkino einer weiteren Drogeriemarkt-Filiale weichen.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3.1 / 5

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Bis 2016 residierte im städtischen Zentrum von Konstanz am Bodensee der "Scala Filmpalast" – ein Lichtspielhaus mit Arthouse-Programm und somit ein besonderer Ort für Cinephile diesseits und jenseits der deutsch-schweizerischen Staatsgrenze. Als bekannt wurde, dass das Kino schließen und stattdessen eine weitere Filiale einer in der Stadt bereits gut vertretenen Drogeriemarkt-Kette in das Gebäude einziehen wird, formierte sich eine Protestbewegung, die letztlich jedoch nichts gegen das Vorhaben ausrichten konnte.

Während der Konstanzer Oberbürgermeister die Entwicklung verteidigt, sehen andere darin einen Ausverkauf der Werte und einen schweren Verlust. Die zunehmende Attraktivität, die Konstanz als Einkaufsstadt insbesondere auf Leute aus der Schweiz hat, geht nach Ansicht einiger auf Kosten der Kultur.

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Scala Adieu - von Windeln verwehtScala Adieu - von Windeln verwehtScala Adieu - von Windeln verwehtScala Adieu - von Windeln verweht - Szene aus Scala AdieuScala Adieu - von Windeln verweht - Mattes vor KinoScala Adieu - von Windeln verweht - Douglas Wolfsperger


Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse3 / 5

Mit seinem Dokumentarfilm "Scala Adieu – von Windeln verweht" widmet sich der in Konstanz aufgewachsene Douglas Wolfsperger der Schließung des Programmkinos "Scala Filmpalast" im Konstanzer Stadtzentrum. Das 1938 eröffnete Lichtspielhaus mit Arthouse-Schwerpunkt war für den Regisseur mit zahlreichen eigenen Kindheits- und Jugenderinnerungen verbunden – weshalb er einen ganz subjektiven Zugang zu dem Thema wählt. Via voice-over schildert er seine Eindrücke – und lässt diverse weitere cinephile Personen zu Wort kommen, denen der regelmäßige Besuch im "Scala" stets viel bedeutete.

So berichtet etwa die Schauspielerin Eva Mattes, die zwischen 2002 und 2016 in 31 Episoden als Konstanzer "Tatort"-Kommissarin Klara Blum zu sehen war, wie sie das örtliche Kino einst entdeckte und wie sehr sie die heutige Vernachlässigung der Kultur in den Städten bedauert. Spannend sind auch die Einblicke in das Kinoverhalten und die große Leidenschaft für die septième art einiger Bewohnerinnen und Bewohner diesseits und jenseits der deutsch-schweizerischen Grenze. Wenn zum Beispiel die Schweizerin Monika Riniker, die als Psychiatrieschwester im Nachtdienst tätig ist, erzählt, wie sie circa 25 Jahre lang täglich (!) über die Grenze ging, um im "Scala" einen Film zu sehen, ist das ebenso einnehmend wie ihre Schilderung des Tages, an dem sie ihren damaligen Freund mitnahm, um mit diesem das Drama "Liebe" von Michael Haneke zu sehen: Da der Mann das einfühlsame Werk als ungenießbar empfand, war er in ihrem Beziehungstest prompt durchgefallen.

Neben der Liebe zum Film und dem Protest der Bürgerinnen und Bürger befasst sich Wolfsperger auch mit der Entwicklung der Stadt Konstanz und dem dort entstandenen Einkaufstourismus. Er gibt Einblick in die Kommunalpolitik sowie in das ökonomisch orientierte Denken des CDU-Oberbürgermeisters und hält in melancholisch stimmenden Bildern fest, wie die großen "Scala"-Buchstaben von der Fassade des Gebäudes entfernt werden.

Fazit: Ein interessanter Blick auf die Schließung eines Programmkinos in Konstanz und auf die Menschen im Umfeld, die das Ende dieser Ära entweder beklagen oder befürworten.




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Land: Deutschland
Jahr: 2018
Genre: Dokumentation
Länge: 83 Minuten
FSK: 0
Kinostart: 21.03.2019
Regie: Douglas Wolfsperger
Darsteller: Jessica Bentsche, Barbara Berger, Jochum Berger
Verleih: Filmdisposition Wessel

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