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Glam Girls: Hinreißend verdorben
Glam Girls: Hinreißend verdorben
© Universal Pictures International

Kritik: Glam Girls: Hinreißend verdorben (2019)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

Mit der Komödie "Glam Girls – Hinreißend verdorben" legt Chris Addison seine erste Spielfilm-Regiearbeit vor; das Drehbuch basiert auf dem Gaunerstück "Zwei hinreißend verdorbene Schurken" (1988), welches wiederum ein Remake von "Zwei erfolgreiche Verführer" (1964) ist. Bedauerlicherweise warten das Skript und dessen Umsetzung in erster Linie mit brachialen Scherzen auf, die selten funktionieren. Dass das Werk dennoch in einigen Momenten gut zu unterhalten vermag, ist der Spielfreude seiner Stars zu verdanken.

Die beiden Hauptdarstellerinnen Rebel Wilson ("Pitch Perfect") und Anne Hathaway ("Les Misérables") setzen ihre komödiantischen Begabungen geschickt ein, um ihren Rollen Leben einzuhauchen. Während Wilson (wie gewohnt) jeder Szene durch ihre eigenwillige Darbietung die Anmutung einer Improvisation verleiht und damit selbst allzu billige Gags noch anarchisch wirken lässt, tritt Hathaway (wie etwa schon in "Ocean's Eight") sehr präzise und pointiert auf. Aus dieser Gegensätzlichkeit entsteht eine Komik, die dem Film in seinem Plot und in seinen Slapstick-Einlagen größtenteils fehlt. Hinzu kommt Alex Sharp ("To the Bone"), der von seinen Leinwandpartnerinnen erfreulicherweise nicht an die Wand gespielt wird, sondern der Figur des unbeholfen erscheinenden App-Entwicklers durch Blicke und Gesten etwas äußerst Sympathisches gibt. So macht es zuweilen durchaus Spaß, dem wilden Treiben der beiden Trickbetrügerinnen und des High-Tech-Jungunternehmers zuzuschauen – bis "Glam Girls" mit dem nächsten schlechten Drehbucheinfall dann wieder alles zu zerstören droht.

Die von der britischen Komponistin Anne Dudley beigesteuerte Musik ist solide – und eine animierte Vorspannsequenz sorgt für einen kurzen Retro-Chic. Insgesamt handelt es sich aber um einen extrem schwachen Stoff, der dem Talent des Schauspiel-Trios absolut nicht gerecht wird.

Fazit: Die Leistungen von Rebel Wilson, Anne Hathaway und Alex Sharp sind stark – doch der Film weiß kaum etwas damit anzufangen und erweist sich als Rohrkrepierer.




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