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Voll Rita!
Voll Rita!
© dejavu filmverleih

Kritik: Voll Rita! (2019)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 1 / 5

Malte Wirtz' Langfilmdebüt "Voll Paula!" (2015) ist eine verspielte Slacker-Komödie um fünf Großstädter auf der Suche nach dem Glück. Der Erstling kann als Prototyp für Wirtz' Inszenierungsstil gelten. Auch seine Folgefilme "Hard & Ugly" (2017) und "Nur ein Tag in Berlin" (2018) hat der Regisseur mit minimalem Budget, einer Art Guerilla-Taktik an Originalschauplätzen, viel Raum für Improvisationen und formaler Experimentierfreude umgesetzt. Letztgenannte scheint ihm bei der Fortsetzung seines Debüts nun abhandengekommen zu sein.

Auch in "Voll Rita!" sind große Teile improvisiert. Wirtz tut seinem Film und dem Publikum damit allerdings keinen Gefallen. Waren die Dialoge in "Voll Paula!" trotz aller banalen Lebensnähe unterhaltsam, lähmt diese aus dem Leben gegriffene Inszenierung in Teil zwei. Die Gespräche kommen schlicht nicht voran und drehen sich allzu schnell im Kreis. Erschwerend kommt hinzu, dass die Figuren über zwei andere (Paula und Louise) reden, die den gesamten Film über nicht auftauchen. Indem Wirtz seine episodische Tragikomödie mit einer solchen Unterredung zwischen Donnie (Eric Wendell Carter) und Max (Sebastian Kolb) beginnt, stellt er sein Publikum auf eine harte Probe. Der Dialog ist so zäh und aufgesetzt, dass man den Kinosaal am liebsten gleich wieder verlassen möchte.

Leider hat sich Wirtz auch von der Verspieltheit seines ersten Kinofilms kaum etwas bewahrt. Bis auf die direkte Publikumsansprache durch Hauptfigur Rita (Anna-Maria Böhm), ein paar nette Soundeffekte beim Wodkatrinken, einer slapstickartigen Rauferei in der U-Bahn und einer witzigen Montagesequenz experimentiert Wirtz nicht mit der Form. Technische Mängel wie eine mitunter nur schwer verständliche Tonspur und teils viel zu dunkle Bilder, die man dem ersten Teil dank seiner sprühenden Ideen nachsah, fallen dadurch umso stärker negativ auf. Der dünne Inhalt einer vernachlässigenswerten Geschichte reicht nicht, um die kurzen 78 Minuten zu tragen.

Fazit: Auf "Nur ein Tag in Berlin" lässt Malte Wirtz ein weiteres misslungenes filmisches Experiment folgen. An den Witz und die Verspieltheit seines Langfilmdebüts "Voll Paula!" reicht dessen Fortsetzung nicht annähernd heran. "Voll Rita!" ist uninspiriert, unansehnlich, zäh und langweilig.




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