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FBW-Bewertung: Once Again - Eine Liebe in Mumbai (2019)

Prädikat wertvoll

Jurybegründung: »Noch einmal« ist ein Film, der alle Voraussetzungen für einen berührenden Arthouse-Hit mitbringt: eine romantische Geschichte mit Figuren etwas jenseits des Gewohnten, universell gültige Grundfragen und spannende Einblicke in die indische Kultur. Mit ruhiger Hand gelingt es, die Geschichte zweier Figuren zu erzählen, die aus ihren festen Lebenskonstellationen heraus Wege öffnen, um zueinander zu finden. Als zentrale und spannendste Figur hat die Jury Köchin Tara empfunden, weil sie aus der vermeintlich schwächeren Position heraus agieren muss und sowohl ihre beiden Kinder als auch das Restaurant zu verlieren hat. Filmisch und erzählerisch tastet sich Regisseur Kanwai Sethi auf feingliedrige Art an die Figuren und ihre Entwicklungen heran, Vieles wird nur angedeutet und bleibt unausgesprochen. Diese vornehmlich ruhige Art des Erzählens allerdings führte bei einem Teil der Jury zu dem Eindruck, dass es dem Film gerade in Bezug auf seine Figuren streckenweise etwas an Tiefe und eben auch Entwicklung fehlt. Gerade Filmstar Amar erscheint in seinen Motivationen nicht immer differenziert, und die Erzählung stockt manchmal etwas und erzeugt Redundanzen.
Als herausragend auf der bildlichen Ebene erweisen sich die dokumentarischen Bilder aus Mumbai, die auf spannende Art und Weise ein Gefühl vermitteln für das Leben in dieser pulsierenden Stadt. Begleitet werden diese ausdrucksstarken Bilder von einer eher sparsam eingesetzten Soundebene ? passt das einerseits zu der insgesamt sehr zurückgenommenen Inszenierung, so bedauert es die Jury jedoch, dass diese fantastischen und lebhaften Stadtatmosphären auf der Tonebene keine wirkliche Entsprechung finden. Auch bezüglich der Gesamtstimmung des Films blieb die Jury ambivalent: Mag das Fragile der Inszenierung als Konzept durchaus konsequent bedient worden sein, so geht das aber nach Ansicht der Jury zu Lasten einer Sinnlichkeit, die angesichts des romantischen Sujets definitiv angebracht wäre, sich aber weder in der Inszenierung des Essens und Kochens noch in der dargestellten Zweisamkeit und auch nicht in der städtischen Atmosphäre besonders ausgeprägt transportiert. Und doch erfüllt »Noch einmal« zweifelsohne genug Kriterien, um als Arthouse-Filmgenuss seine Zuschauer zu fesseln und zu berühren.



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