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Supa Modo
Supa Modo
© barnsteiner-film © Sächsischer Kinder- und Jugendfilmdienst e.V.

Kritik: Supa Modo (2018)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Dieser in Kenia spielende Film erzählt davon, wie ein kleines Mädchen Abschied vom Leben nimmt. Und doch ist das berührende Drama, das der kenianische Regisseur Likarion Wainaina inszeniert hat, eher federleicht und dem Leben zugewandt, als todtraurig. Jo hat heimlich das Gespräch mitgehört, in dem der Arzt Mutter und Schwester gesagt hat, wie es um sie steht. Wenn sie davon träumt, eine Superheldin zu sein, die fliegen kann, dann stellt sie sich innerlich auch schon darauf ein, bald fortzugehen. Die Mutter, die Schwester und das ganze Dorf werden in die besondere, spielerische Form des Abschiednehmens einbezogen, die alle emotional zusammenrücken lässt. Das für Kinder im Schulalter geeignete Drama ist eine deutsch-kenianische Koproduktion, bei der Tom Tykwer als Produzent fungiert. Es entstand im Rahmen einer Workshop-Initiative, die afrikanische Filmemacher fördert.

Jo merkt, dass es Mutter und Schwester Freude macht, sie glücklich zu sehen. Sie will ihnen die Situation erleichtern, viele Dorfbewohner wollen der tüchtigen Hebamme in ihrem Kummer ebenfalls beistehen. Das Superheldenspiel, das Jos Schwester anstößt, hat den gewünschten Effekt: Es verleiht Jo ungeahnte Kräfte, lässt sie strahlen, lässt ihr innerlich Flügel wachsen, mit denen sie eines Tages abheben wird. Ein wenig Magie scheint auch im Spiel zu sein, denn ein-zweimal passieren Dinge, die nur einem wahren Superhelden gelingen. Diese Gratwanderung zwischen kindlichem Spiel und ernster Realität gelingt dem Film auf spannende Weise. Ein junger Filmvorführer und andere Dorfbewohner mischen fröhlich mit bei den neuen Aktionen und Jo erlebt eine Gemeinschaft, die ihr Geborgenheit schenkt. Stets geht es in der Geschichte auch darum, wie Filme der Vorstellungskraft Ausdruck verleihen und ihr Flügel wachsen lassen.

Auffallend ist der unbeschwerte Tonfall der Geschichte, die nicht auf die Tränendrüse drückt. Jo will nicht traurig sein, das wollte sie doch auch früher nie, sondern das Leben auskosten. Die junge Hauptdarstellerin Stycie Waweru stattet Jo mit einem unwiderstehlichen Lächeln und mit lebhaftem Charme aus, der auf den ganzen Film ausstrahlt. Eine humorvolle Note schwingt in der Handlung mit und ergibt manchmal witzige Dialoge. Gerade diese Leichtigkeit trägt letztlich entscheidend mit dazu bei, dass die auf klare, naive Weise erzählte Geschichte so berührt.

Fazit: Das berührende Drama des kenianischen Filmemachers Likarion Wainaina erzählt auf schwebeleichte, inspirierte Weise von einem kleinen Mädchen, das auch in den letzten Tagen seines Lebens fröhlich bleiben will. Mit Hilfe ihrer großen Schwester und der eigenen Fantasie, eine Superheldin wie im Film zu sein, bereitet sich die todkranke Jo darauf vor, davonzufliegen. Vorher aber gibt es noch viel zu erleben, inmitten einer Dorfgemeinschaft, die zusammenrückt. Die deutsch-kenianische Koproduktion verfügt über naiven Charme und verbindet die spielerische kindliche Perspektive überzeugend mit der ernsten Realität.





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