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Die Mission der Lifeline (2019)

Dramatische Seenotrettung: deutscher Dokumentarfilm über einen Verein aus Dresden, dessen Mitglieder Geflüchteten auf dem Mittelmeer zu Hilfe eilt.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5
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Der Verein "Mission Lifeline" besteht seit 1. Mai 2016. Axel Steier hat ihn gemeinsam mit seinen Mitstreitern in Dresden gegründet, um Menschen aus Seenot zu retten. Dafür hat der Verein Spenden eingesammelt und ein Schiff gekauft, mit dem die deutschen Vereinsmitglieder und ihre spanischen Kollegen von der Hilfsorganisation "Salvamento Marítimo Humanitario" im September 2017 von Malta aus gemeinsam in See stachen.

Markus Weinberg und seine Co-Regisseurin Luise Baumgarten haben Axel Steier und sein Team über einen Zeitraum von zwei Jahren bei ihrer Arbeit begleitet – auf Rettungsmission im Mittelmeer und zu Hause in Dresden, wo ihnen der Hass ihrer (politischen) Gegner am Rande von Pegida-Demonstrationen entgegenschlägt und wo sie sich vor Gericht mit ihnen auseinandersetzen.

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Die Mission der Lifeline


Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse4 / 5

Axel Steier hat klare Grundsätze. Für den 1975 in Neuruppin geborenen Vereinsgründer, der in Dresden einen Lebensmittelladen betreibt, ist es oberste Bürgerpflicht, Menschen in Not zu helfen und sich rechten Strömungen in der Gesellschaft entgegenzustellen. Dafür tritt der durchaus streitbare Verein "Mission Lifeline" ein. Dafür nimmt Steier Anfeindungen im Internet in Kauf und zieht vor Gericht, um sich und die Vereinsmitglieder nicht länger als "Schlepper" beschimpfen lassen zu müssen.

Mit ihrem Dokumentarfilm beziehen auch Regisseur Markus Weinberg und seine Co-Regisseurin Luise Baumgarten klar Stellung. Die (politischen) Gegner des Vereins kommen nur am Rande vor. Die Arbeit der Mitglieder steht im Mittelpunkt. Weinberg und Baumgarten beleuchten sie mal ganz dicht und emotional auf hoher See, mal etwas distanzierter und reflektierter in Interviews zu Hause in Dresden. Der vereinzelt eingesetzten Musik aus Klavier und Akkordeon hätte es nicht bedurft. "Die Mission der Lifeline" ist auch so dramatisch genug.

Wer den Vereinsmitgliedern verantwortungsloses Verhalten vorwirft, dass den tatsächlichen Schleppern in die Hände spiele, wird durch Weinbergs und Baumgartens Film eines Besseren belehrt. Nüchtern und sachlich tragen Steier und Co. ihre Argumente vor. Sie sind keineswegs für unbegrenzten Zuzug, sondern für eine (sinnvolle und humane) Bekämpfung der Fluchtursachen. Untätig zusehen, wie Menschen im Mittelmeer ertrinken, wollen und können sie indes nicht. Ihr Einsatz auf hoher See ist minutiös organisiert und führt wiederholt eindrucksvoll vor Augen, wie sehr Menschenleben selbst in Notlagen von Bürokratie, Recht und Ordnung abhängen.

"Die Mission der Lifeline" rückt ein etwas aus dem Blick geratenes, aber weiterhin ungelöstes Problem wieder in den Fokus. Dieser Film macht nicht angesichts des eigenmächtigen Handelns der Vereinsmitglieder, sondern angesichts der Untätigkeit der Politik beziehungsweise angesichts ihrer fragwürdigen Deals fassungslos. Gemeinsam mit den stets besonnenen Helfern stellt der Dokumentarfilm die richtige und wichtige Frage nach den europäischen Werten.

Fazit: "Die Mission der Lifeline" rückt das weiterhin ungelöste Problem der Seenotrettung Geflüchteter auf dem Mittelmeer wieder in den Fokus. Zudem stellt der Dokumentarfilm über einen Dresdner Verein und seine Mitglieder die wichtige Frage, wie sich Europa und seine Politiker zu den europäischen Werten verhalten.




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Land: Deutschland
Jahr: 2019
Genre: Dokumentation
Länge: 72 Minuten
FSK: 12
Kinostart: 23.05.2019
Regie: Markus Weinberg, Luise Baumgarten
Verleih: barnsteiner-film

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