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Mir ist es egal, wenn wir als Barbaren in die...gehen
Mir ist es egal, wenn wir als Barbaren in die Geschichte eingehen
© Grandfilm

Mir ist es egal, wenn wir als Barbaren in die Geschichte eingehen (2018)

Îmi este indiferent daca în istorie vom intra ca barbari

Tragikomödie: Eine junge Regisseurin will mit einer Performance die Beteiligung Rumäniens am Holocaust aufzeigen.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5
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Die engagierte Regisseurin Mariana (Ioana Iacob) hat es sich zur Aufgabe gemacht, auf dem Platz vor dem Militärmuseum in Bukarest mit einer aufwendig in Szene gesetzten Theateraufführung die Beteiligung des eigenen Landes am Holocaust ins kollektive Gedächtnis zurückzuholen – da der damalige Massenmord, der im Auftrag des rumänischen Diktators Ion Antonescu geschah, noch immer geleugnet oder relativiert wird. Im Oktober 1941 hatten die rumänischen Truppen, die sich mit den Nazis verbündet hatten, Odessa erobert und dort circa 30.000 jüdische Personen sowie Roma durch Massenerschießungen getötet. Insgesamt forderte der Holocaust in Rumänien etwa 400.000 Opfer.

Das geplante Reenactment droht jedoch zu scheitern, da einige Mitglieder der Komparserie unzufrieden mit der Umsetzung sind und der Kulturbeauftragte Movila (Alexandru Dabija) Bedenken an der Radikalität von Marianas Vision äußert. Neben ihren künstlerischen Kämpfen wird Mariana auch mit privaten Problemen konfrontiert, als sie glaubt, dass ihre Affäre mit einem verheirateten Piloten zu einer Schwangerschaft geführt hat.

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Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse4 / 5

In seiner neuen Arbeit "Mir ist es egal, wenn wir als Barbaren in die Geschichte eingehen" befasst sich der 1977 in Bukarest geborene Filmemacher Radu Jude ("Scarred Hearts") mit den Hürden, die eine künstlerische Auseinandersetzung mit dunklen Kapiteln der Historie zu überwinden hat. Er erzählt von einer ambitionierten Regisseurin, die in ihrer Heimat Rumänien auf den Antisemitismus und die Mitschuld des eigenen Landes am Massenmord im Zweiten Weltkrieg aufmerksam machen will und zu diesem Zweck eine Nachstellung der damaligen Ereignisse auf einem öffentlichen Platz in der Hauptstadt plant.

Jude schildert die Konflikte der jungen Frau jedoch nicht als klassischen Spielfilm, sondern eher als audiovisuellen Diskurs. Zu Beginn folgt etwa auf die alten Aufnahmen einer rumänischen Wochenschau, die auf einem Monitor gezeigt werden, eine kurze Einführung, in welcher sich die Hauptdarstellerin Ioana Iacob vorstellt und uns mit Blick in die Kamera erklärt, dass sie nun in die Rolle der Regisseurin Mariana schlüpfen werde. Im weiteren Verlauf des Werks baut Jude zahlreiches Archivmaterial ein, das wir meist gemeinsam mit Mariana sichten. Oft liest diese auch längere Passagen aus Publikationen vor, wodurch ihre Recherche eine dokumentarische Anmutung erhält. Zu den spannendsten Sequenzen von "Mir ist es egal, wenn wir als Barbaren in die Geschichte eingehen" zählen die Diskussionen zwischen Mariana und dem Kulturbeauftragten Movila, der darum bemüht ist, die "harten Sachen" der Inszenierung abzumildern. Dabei entstehen interessante Wortwechsel zum Thema Kunst, Zensur und Subversion.

Die Protagonistin Mariana erweist sich als durchaus ambivalente Persönlichkeit; Ioana Iacob spielt sie mit etlichen Ecken und Kanten. Große und teilweise bittere Satire-Momente ergeben sich immer dann, wenn Mariana mit den Klagen der Mitglieder der Komparserie konfrontiert wird und in den Aussagen der Leute noch immer ein Leugnen der vergangenen Schuld sowie rassistische und sexistische Untertöne mitschwingen.

Fazit: Ein komplexer Film über die Aufarbeitung von Geschichte, über Tabus und die (Un-)Möglichkeiten der Kunst, sich sensiblen Themen zu widmen.




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Land: Rumänien, Bulgarien, Tschechien, Deutschland, Frankreich
Jahr: 2018
Genre: Drama, Komödie
Länge: 140 Minuten
Kinostart: 30.05.2019
Regie: Radu Jude
Darsteller: Ioana Iacob, Alex Bogdan, Alexandru Dabija
Verleih: Grandfilm

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