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Maquia - Eine unsterbliche Liebesgeschichte
Maquia - Eine unsterbliche Liebesgeschichte
© Universum Film

Kritik: Maquia - Eine unsterbliche Liebesgeschichte (2018)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Die japanische Anime-Spezialistin Okada legt mit "Maquia" ein weiteres tiefgründiges, spirituell angehauchtes Trick-Werk vor. In ihrer langen Karriere als Drehbuchautorin und Regisseurin wirkte sie bislang an einigen Dutzend Mangas und Animes mit. Außerhalb von Japan erlebte "Maquia" seine Premiere auf dem Glasgower Filmfest im Frühjahr 2018. Der Film spielte weltweit bislang rund fünf Millionen Dollar ein.

Im Zentrum von "Maquia" steht ganz klar die Beziehung zwischen der ewig jungen, elfenhaften Hauptfigur und ihres Ziehsohnes, den sie viele Jahre mit Geduld, Nachsicht und unbändiger Mutterliebe großzieht. Dabei sticht Maquia als komplexe, ungemein ambivalente Figur deutlich heraus. Denn so sehr sie sich der Liebe ihres Sohnes gegenüber sicher ist, so sehr zweifelt sie immer wieder an ihrer Eignung als Mutter und hinterfragt ihre Möglichkeiten und Fähigkeiten. Die Kernfrage lautet: Kann sie Verantwortung für Erial übernehmen, zumal ihr Volk doch seit jeher anderen, "fremden" Außenstehenden (milde formuliert) eher kritisch gegenübersteht.

Eine gewisse Schwermut bekommt das Ganze, da das Wissen um die Tatsache der "Alters-Problematik" jederzeit präsent ist. Maquia wird Erial aufgrund ihrer Unsterblichkeit auf jeden Fall überleben. Doch schon weit vor dem (hochemotionalen) Finale widmet sich Okada Themen wie Abschied, der Loslösung von den Eltern und dem Ende der (unbeschwerten) Kindheit – Inhalte und Aspekte, in denen es stets auch um Vergänglichkeit und Verlust geht. Nicht nur mit diesen schweren, anspruchsvollen Themen beweist die fähige Regisseurin Mut.

Ebenso schreckt sie nicht vor düsteren Kampfszenen zurück (beim Einmarsch der Armee), vor drastischen Zeitsprüngen, interessanten Nebenhandlungen sowie einer sorgsam ausgearbeiteten, harmonischen technischen Umsetzung: Allein die Animationen der detailreichen, vielfarbigen Landschaften sowie der vielen mystischen, märchenhaft anmutenden Schauplätze im Lande Iorph, sind beeindruckend.

Fazit: Visuell berauschendes, mit viel Liebe zum exakten Detail realisiertes Anime-Märchen über eine ganz außergewöhnliche Mutter-Kind-Beziehung.




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