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Kritik: Kursk (2018)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

"Kursk" ist bereits der fünfte Film, den Thomas Vinterberg in diesem Jahrzehnt als Regisseur inszenierte. Bekannt wurde der Skandinavier Mitte der 90er-Jahre, als er mit Regie-Kollegen wie Lars von Trier und Kristian Levring das "Dogma 95"-Manifest definierte. Vinterberg und sein Team realisierten "Kursk" für rund 40 Millionen Dollar im Frühjahr und Sommer 2017. Drehorte waren unter anderem das französische Toulon, Brüssel und einige Schauplätze in Norwegen. "Kursk" ist Vinterbergs bislang größte und massentauglichste Produktion.

An internationalen Stars mangelt es dem Film nicht – zu sehen sind bekannte skandinavische (Max von Sydow), britische (Colin Firth) sowie deutsche (Matthias Schweighöfer, August Diehl) Gesichter, die Vinterberg an den unterschiedlichsten Positionen und Schauplätzen einsetzt: in der Enge des U-Boots, in den Kommandozentralen an Land, in den politischen Hinterzimmern, den kleinen Wohnungen der Familienangehörigen.

Hier zeigt sich auch schon eines der größten Probleme des Films. "Kursk" bietet eine Überzahl an Figuren und Handlungsorten, zwischen denen Vinterberg viel zu überhastet hin- und herwechselt. In der Folge verliert er sich leider völlig in seinem Figurenkabinett. Nur selten übertragen sich zudem das klaustrophobische Moment, die Enge und die Panik unter den Besatzungsmitgliedern unmittelbar auf den Zuschauer. Der Hauptgrund ist – neben der Tatsache, dass Vinterberg die Besatzung aus zu großem Abstand filmt – der Bereich, in dem die Mannschaft eingesperrt ist. Er ist zu weitläufig, hell und fast zu "geräumig". Hier denkt man wehmütig an die entsprechenden, ebenso beklemmenden wie Panik erzeugenden Szenen in Filmen wie "Das Boot" oder "K-17" zurück.

Immerhin: Die musikalische Untermalung ist abwechslungsreich und passt sich den jeweiligen Stimmungen der Protagonisten gut an. Zudem brilliert Lea Seydoux als verzweifelte, bangende und hochschwangere Ehefrau.

Fazit: Etwas fahrig inszeniertes, inhaltlich überladenes U-Boot-Drama mit zu vielen (Neben-) Figuren, bei dem selten echte Spannung aufkommt.




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