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Yoga - Die Kraft des Lebens
Yoga - Die Kraft des Lebens
© Arsenal

Kritik: Yoga - Die Kraft des Lebens (2016)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Der Fotojournalist und Filmemacher Stéphane Haskell preist in diesem Dokumentarfilm die heilende Kraft des Yoga. Er hat sie selbst erfahren, denn dank jahrelanger Übung konnte er sein Rückenleiden und die mit ihm verbundenen Schmerzen und Beeinträchtigungen in den Griff kriegen und seine Bewegungsfähigkeit wiedererlangen. Im Film schildert er Stationen seines zehnjährigen Übungswegs, die Begegnung mit dem 2014 verstorbenen Yoga-Meister B.K.S. Iyengar, und stellt mehrere Yogalehrerinnen und -lehrer vor, welche die Praxis mit Kranken, Traumatisierten, Gefängnisinsassen, aber auch mit Schulkindern üben.

So erhält der Film einen Überblickscharakter, während er darlegt, wie vielfältig, ja geradezu universell einsetzbar die heilende und stärkende Praxis des Yoga ist. Haskell besucht unter anderem eine Frau aus New York, die in Kenia Yoga unterrichtet und afrikanische Yogalehrer ausbildet. Es gibt verblüffende Aufnahmen von kenianischen Kindern und Erwachsenen auf dem Land, die im Gras Kopfstand und andere Übungen vollführen und begeistert bei der Sache sind. In der kalifornischen Haftanstalt San Quentin berichten Männer, wie sie mit Yoga Stress abbauen. Ebenfalls in Kalifornien arbeitet ein Yogalehrer mit Menschen, die an Multipler Sklerose erkrankt sind: Yoga hat ihm selbst geholfen, die Krankheit einzudämmen.

Im weiteren Verlauf des Films geht es immer mehr um Yoga, das an Schulen praktiziert wird. Aufgrund dieser Passagen bekommt der Film Ähnlichkeit mit "Das stille Leuchten" von Anja Krug-Metzinger aus dem Jahr 2018. Kinder berichten in Haskells Film, dass sie durch Yoga ruhiger geworden seien. Yoga kann also, wie man hier erfährt, das Wohlbefinden sowohl gesunder, als auch kranker Menschen steigern und gar als eine Form der Physiotherapie praktiziert werden.

Deswegen dürfte der Film vor allem für Menschen interessant sein, die unter chronischen Schmerzen oder anderen Beeinträchtigungen körperlicher oder seelischer Art leiden, für die es keine medizinische Lösung gibt. Haskell hat jedoch sehr viele Beispiele in diesen Film hineingepackt und nicht alle erweisen sich als aussagekräftig. Außerdem kommen die Grundlagen der Yogalehre und das Vertiefen in die Übungspraxis zu kurz. Der an sich überwiegend interessante Film hätte eine bessere Strukturierung vertragen können.

Fazit: Der Regisseur Stéphane Haskell hat die heilende Kraft des Yoga an sich selbst erfahren. In seinem Dokumentarfilm stellt er Yogalehrer und -schüler aus verschiedenen Ländern vor und belegt so eindrücklich, dass die alte indische Körperübungspraxis universell einsetzbar ist. Sie hilft Gefängnisinsassen und Traumatisierten, Stress abzubauen, kann sich positiv auf Patienten mit Multipler Sklerose oder chronischen Schmerzen auswirken, wird sogar Schulkindern beigebracht, um ihr Wohlbefinden zu steigern. Wegen des Überblickscharakters fehlt es dem zwar interessanten, aber nicht optimal strukturierten Film an sinnvoller Vertiefung in einzelne Aspekte seines Trendthemas.




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