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A Man of Integrity (2019)

Lerd

Drama: Ein Ehepaar im Norden Irans wird durch korrupte Machenschaften eines Kartells unter Druck gesetzt.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 5 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4.0 / 5

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Reza (Reza Akhlaghirad) hat sich mit seiner Ehefrau Hadis (Soudabeh Beizaee) und dem gemeinsamen Sohn Sahand in die iranische Provinz zurückgezogen und züchtet auf einer Farm Goldfische; Hadis ist als Direktorin am Mädchengymnasium tätig. Für sein Haus muss Reza einen Kredit abbezahlen – und versucht dabei, alles auf legalem Wege zu machen, statt sich auf dubiose Deals mit den örtlichen Geschäftsmännern einzulassen.

Bald müssen Reza und Hadis jedoch erkennen, dass die Leute, die das Geschäftliche in der ländlichen Region kontrollieren, mit der Polizei und der Justiz zusammenarbeiten – und ihnen plötzlich der Verlust ihrer Existenzgrundlage droht: Unter anderem mit einer falschen Anklage, einer Unterbrechung der Wasserzufuhr auf dem Grundstück und der Vergiftung aller Fische wird die Familie gezwungen, ihr Zuhause aufzugeben. Reza ist allerdings nicht bereit, sich dies gefallen zu lassen.

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Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse5 / 5

Für sein Werk "Ein integrer Mann" gewann der 1972 geborene iranische Regisseur und Drehbuchautor Mohammad Rasoulof ("Manuscripts don't burn") 2018 in Cannes den Hauptpreis in der Sektion "Un certain régard". Mit seinem Mix aus lokalpolitischem Thriller und existenziellem Drama übt der Filmemacher, der 2010 gemeinsam mit seinem Kollegen Jafar Panahi ("Drei Gesichter") während Dreharbeiten verhaftet und zu einer (nicht vollzogenen) sechsjährigen Haftstrafe verurteilt wurde, deutliche Systemkritik: Er zeigt ein Ehepaar im nördlichen Iran, das im Kampf gegen ein Kartell seine Machtlosigkeit erkennen muss.

Die korrupten Methoden der örtlichen Geschäftsleute werden präzise eingefangen – und es wird deutlich, dass der Staat dieses erpresserische Vorgehen duldet oder gar unterstützt. Zu den Stärken des Films zählt wiederum, dass er sich in seiner Schilderung eine gewisse Ambivalenz bewahrt: Die beiden zentralen Figuren Reza und Hadis sind nicht durchweg die Guten, denen Tragisches widerfährt; auch sie begehen Fehler und sind beziehungsweise werden zu einem Teil der unerbittlichen Gesellschaftsform, bei der Menschlichkeit und Gerechtigkeit rasch auf der Strecke bleiben. So setzt Hadis etwa in ihrer Funktion als Schuldirektorin eine junge Schülerin unter Druck, um damit eigene Ziele zu erreichen. Rezas Wandlung vom idealistischen Fischzüchter zum radikalen Rächer führt derweil zu einer bitteren Pointe, mit der uns Rasoulof erschüttert zurücklässt.

Das Schauspiel-Duo Reza Akhlaghirad und Soudabeh Beizaee agiert eindrücklich. Akhlaghirad macht die Sturheit des Protagonisten in seiner Mimik und Gestik spürbar – und auch Beizaee demonstriert die Härte ihrer Rolle. Die Figuren gehen einen schweren Leidensweg, der sie merklich und nachhaltig verändert.

Fazit: Ein bemerkenswerter, mutiger Film über systemische Korruption und die Folgen auf den einzelnen Menschen. Hervorragend gespielt!




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Land: Iran
Jahr: 2019
Genre: Thriller, Drama
Länge: 117 Minuten
Kinostart: 02.05.2019
Regie: Mohammad Rasoulof
Darsteller: Reza Akhlaghirad als Reza, Soudabeh Beizaee als Hadis, Nasim Adabi
Verleih: Camino, Cosmopol Film

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