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The Raven and the Seagull (2019)

Lykkelænder

Bruch mit vorgefertigten Bildern: dänisch-grönländischer Dokumentarfilm, der das komplizierte Verhältnis der beiden Nationen mit künstlerischen Mitteln untersucht.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4.3 / 5

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Grönland ist die größte Insel der Erde. Obwohl das dünn besiedelte Land seit 1953 keine Kolonie mehr ist und 1979 die Selbstverwaltung erlangte, ist es bis heute ein Bestandteil des Königreichs Dänemark. Doch was ist typisch grönländisch, was typisch dänisch? Wie macht sich die Abhängigkeit bemerkbar? Und welche Vorurteile herrschen auf beiden Seiten? Künstler Lasse Lau geht diesen und weiteren Fragen in seinem ersten Dokumentarfilm nach, der in Grönland und Dänemark zwischen Interviews, Archivmaterial und inszenierten Performances nach Antworten sucht.

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Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse3 / 5

Lasse Lau ist ein preisgekrönter bildender Künstler. Nun legt der 1974 geborene Däne seinen ersten Dokumentarfilm vor, in dem er dem komplizierten Verhältnis zwischen Grönland und Dänemark nach- und formal ganz eigene Wege geht. "The Raven and the Seagull" ist mehr filmische Collage, mehr Kaleidoskop einer vielfältigen Gesellschaft denn klassische Dokumentation.

Für Lau haben die Dänen ein lückenhaftes, nicht mehr zeitgemäßes Bild von den Grönländern. Um damit zu brechen, bricht der Regisseur die Grenzen zwischen Beobachtung und Inszenierung auf. Kommentarlos wirft er sein Publikum in einen eigenwillig montierten Mix aus Interviews, Straßen- und Alltagsszenen und wiederkehrenden Motiven mit performativem Charakter. Das Modell eines Schweins wird durchs Bild geschoben und ein lange zurückliegendes Schiffsunglück über Funksprüche rekonstruiert. Eine Performancekünstlerin vollführt politische Aktionen und ein Inuit in traditioneller Kluft durchwandert stumm den Film, macht mal im Museum, mal vor einem Schaufenster voller Fernsehapparate halt.

Lau bedient und unterläuft Klischees und stellt sie dadurch infrage. Nicht alle Zusammenhänge erschließen sich. So vielgestaltig wie die vor die Kamera gebetenen Interviewpartner und die Wahl der formalen Mittel, so bedeutungsoffen ist auch der Film. Es geht um Abhängigkeiten, Vorurteile und Diskriminierung, um koloniale Schuld und die Schwierigkeiten, damit umzugehen. "The Raven and the Seagull" ist ein Resonanzraum, in dem Vergangenheit und Gegenwart ebenso aufeinandertreffen wie im Kopf vorgefertigte Bilder und die tatsächlich gefilmten.

Fazit: In seinem Dokumentarfilmdebüt untersucht der bildende Künstler Lasse Lau das komplizierte Verhältnis zwischen Grönland und Dänemark. Laus Befragung ist mehr kunstvolle Collage, ein poetischer Mix aus Beobachtung und Performance denn klassische Dokumentation.




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Land: Dänemark, Grönland
Jahr: 2019
Genre: Dokumentation
Länge: 71 Minuten
FSK: 0
Kinostart: 18.04.2019
Regie: Lasse Lau
Darsteller: Aannguaq René J. Hansen, Angunnguaq Larsen, Vivi Nielsen
Verleih: Nordlichter Film

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